Die Autoren M. Heringlake und D. Kindgen-Mil-
les haben in gleichem Umfang an der Erstellung
dieses Manuskripts mitgewirkt.
Z Herz- Thorax- Gefäßchir 2009 · 23:349–373
DOI 10.1007/s00398-009-0743-8
Eingegangen: 11. August 2009
Akzeptiert: 21. August 2009
Online publiziert: 24. Oktober 2009
© Springer-Verlag 2009
M. Heringlake
1
· D. Kindgen-Milles
2
· F. Hackmann
1
· N. Haake
3
· J. Kielstein
4
·
M. Lance
5
· H. Lufft
6
· S. Just
7
· B. Trabold
8
· A. Scherlitz
9
· U. Schirmer
10
·
D. Schmitt
11
· O. Vargas-Hein
12
· A. Markewitz
13
1
Klinik für Anästhesiologie, Universität zu Lübeck
2
Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Düsseldorf
3
Klinik für Herzchirurgie, Christian-Albrechts-Universität Kiel
4
Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen, Medizinische Hochschule Hannover
5
Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Maastricht
6
Klinik für Herzchirurgie, Deutsches Herzzentrum Berlin
7
Klinik für Herzchirurgie, Sana Herzzentrum Cottbus
8
Klinik für Anästhesiologie, Universität Regensburg
9
Klinik für Herzchirurgie, Helios-Klinikum Krefeld
10
Institut für Anästhesiologie, Herzzentrum Nordrhein-Westfalen, Bad Oeynhausen
11
Klinik für Herzchirurgie, Herzentrum Leipzig
12
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Charité Universitätsmedizin, Berlin
13
Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie, Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz
Pathophysiologie,
Prophylaxe und Therapie von
Herzchirurgie-assoziierten
Nierenfunktionsstörungen
Eine Stellungnahme der Arbeitsgruppe
Niere des gemeinschaftlichen
Arbeitskreises Intensivmedizin von DGAI
und DGTHG unter Berücksichtigung
der Konsensus-Empfehlungen der
Acute Dialysis Quality Initiative
Perioperative Medizin
Nierenfunktionsstörungen zählen zu den
häufigen Komplikationen herzchirur-
gischer Eingriffe. Die Angaben zur Inzi-
denz schwanken allerdings sehr stark, da
es bis vor wenigen Jahren keine einheit-
liche Definition einer akuten Verschlech-
terung der Nierenfunktion gab. In Ab-
hängigkeit von der Definition kommt es
in 0,3 bis 29,7% der Fälle zu einer mit dem
herzchirurgischen Eingriff assoziierten
Nierenfunktionsstörung, die heute nach
Empfehlung der Acute Dialysis Quality
Initiative (ADQI) als CSA-AKI („cardiac
surgery-associated acute kidney injury“)
bezeichet werden [1, 2, 3, 4, 5].
Seit Publikation der AKIN-Klassifika-
tion durch das Acute Kidney Injury Net-
work ist jetzt eine international akzep-
tierte Definition verfügbar, welche anhand
von Serumkreatinin und Diurese eine kli-
nische Graduierung einer akuten Nieren-
funktionsstörung erlaubt (. Tab. 1; [6]).
Bislang liegen keine Daten zur Inzi-
denz von Nierenfunktionsstörungen in
der Herzchirurgie nach den AKIN-Krite-
rien vor. Dies gilt auch für Deutschland.
Bis einschließlich 2007 hat die Bundesge-
schäftsstelle für Qualitätssicherung Nie-
renfunktionsstörungen anhand der 1998
publizierten Definition von Mangano [7]
klassifiziert, welche eine Nierenfunkti-
onsstörung nach herzchirurgischen Ein-
griffen entweder als chronische Dialyse-
pflichtigkeit bei Entlassung bzw. einen pe-
rioperativen Anstieg des Plasmakreatini-
349 Zeitschrift für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie 6 · 2009
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