Endosonografische Methoden zur Gewebe- charakterisierung Grundkenntnisse für die pflegerische Assistenz Autoren C. Jenssen 1 , B. Lucke 1 , C. Siebert 1 , C. F. Dietrich 2 Institute 1 Klinik für Innere Medizin, Krankenhaus Märkisch Oderland Strausberg/Wriezen 2 Medizinische Klinik 2, Caritas Krankenhaus Bad Mergentheim, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Würzburg Schlüsselwörter " endoskopischer Ultraschall " EUS-FNB " Elastografie " kontrastverstärkter EUS " Assistenz Bibliografie DOI http://dx.doi.org/ 10.1055/s-0034-1387520 Endo-Praxis 2015; 31: 2026 © Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York ISSN 0177-4077 Korrespondenzadresse Dr. med. Christian Jenssen Klinik für Innere Medizin Krankenhaus Märkisch Oderland GmbH Prötzeler Chaussee 5 15334 Strausberg c.jenssen@khmol.de Originalia 20 Einleitung ! Die Endosonografie ist als diagnostische Methode in zahlreichen deutschen und internationalen Leitlinien insbesondere der Gastroenterologie verankert. Gerade in den letzten 15 Jahren ist sie zu einer allgemein akzeptierten interdisziplinä- ren Schlüsselmethode geworden und inzwischen unverzichtbar für die Indikationsstellung zu inva- siven Methoden wie der endoskopisch retrogra- den Cholangiopankreatikografie (ERCP), für die Radiochemotherapie und für operative Eingriffe. Zahlreiche Paradigmenwechsel der Viszeralmedi- zin wurden durch die Endosonografie ermöglicht, insbesondere der Verzicht auf die diagnostische ERCP, die Etablierung der neoadjuvanten Therapie lokal fortgeschrittener Karzinome von Ösopha- gus, Magen und Rektum und das minimalinvasive mediastinale Staging des Bronchialkarzinoms. Ihre Ergebnisse sind aus Tumorkonferenzen nicht mehr wegzudenkende Entscheidungshilfen [1]. Aber: Jede Methode ist nur so gut wie diejenigen, die sie ausüben. Die Endosonografie stellt hohe Ansprüche nicht nur an den Untersucher, sondern auch an die Pflegeassistenz. Der hohen Verant- wortung für endosonografische Befunde gerade bei onkologischen Fragestellungen, können die Endoskopieteams nur dann gerecht werden, wenn Untersucher und Assistenzpersonal bei die- ser komplexen Methode eng und effizient zusam- menarbeiten. Voraussetzung dafür ist, dass auch die Pflegeassistenz gute Kenntnisse der Methode hat und so verantwortlich in die Planung und Durchführung der Untersuchung einbezogen werden kann [2 5]. Daher widmet sich dieser Beitrag der speziellen Pflegeassistenz bei den en- dosonografischen Methoden zur Gewebecharak- terisierung. Nicht invasive endosonografische Tech- nologien zur Gewebecharakterisierung ! Kontrastverstärkte Endosonografie Prinzip der kontrastverstärkten Sonografie Das Prinzip der kontrastverstärkten Sonografie besteht darin, dass nach intravenöser Injektion in der Blutzirkulation befindliche Kontrastmittel- bläschen etwa in der Größe von Erythrozyten (2 10 μm) durch Ultraschallwellen abhängig vom Schalldruck in Schwingungen versetzt oder zer- stört werden. Ultraschallkontrastmittel bestehen aus Luft (1. Generation) oder schwer wasserlösli- chen Gasen (2. Generation), letztere in einer sta- bileren Hülle aus Phospholipiden. Zusammen mit dem arteriellen Blutstrom flutet das Kontrastmittel etwa 15 Sekunden nach intra- venöser Injektion zunächst in den arteriellen Ge- fäßen eines Organs, Gewebes oder Tumors an (ar- terielle Phase). In der Leber kommt es aufgrund der doppelten Blutversorgung durch die Portalve- ne zeitlich um etwa 30 40 Sekunden versetzt zu einer 2. Kontrastmittelanflutung (portalvenöse Phase). In der Spätphase ist das Kontrastmittel dann im kapillären Stromgebiet nachweisbar. Das aktuell einzige in Deutschland verfügbare Ul- traschallkontrastmittel enthält das schwer lösli- che Gas Schwefelhexafluorid in einer flexiblen Phospholipidhülle. Es verbleibt bis zum Zerfall der Mikrobläschen im Gefäßbett und tritt im Ge- gensatz zu den gängigen Röntgen- und MRT-Kon- trastmitteln nicht in die Gewebeflüssigkeit über und wird auch nicht über die Niere ausgeschie- den. Nach Zerfall der Kontrastmittelbläschen wird das enthaltene Gas innerhalb von mehreren Jenssen C et al. Endosonografische Methoden zur Endo-Praxis 2015; 31: 2026 Die Endosonografie hat sich zu einer faszinierenden diag- nostischen Methode auf hohem technologischem Niveau entwickelt. Die Komplexität neuer Techniken erfordert ein stimmiges Zusammenspiel mit der Pflegeassistenz, das in dieser Übersicht dargestellt wird. Dieses Dokument wurde zum persönlichen Gebrauch heruntergeladen. Vervielfältigung nur mit Zustimmung des Verlages.