356 Berichte ge Rolle in der olympischen Bewegung spielen könne, wenn es einen dauerhaf- ten Beitrag zur Förderung des Olym- pismus und der olympischen Kultur leiste. Deshalb setzte sich Daume mit großem Engagement für die Einrich- tung eines nationalen Olympischen In- stituts ein, dessen Aufgabe darin beste- hen sollte, alle wichtigen Fragen des olympischen Sports im weitesten Sinn und in Verbindung mit Wissenschaft- lern, Künstlern, Journalisten und Schrift- stellern jeder Couleur und aus aller Welt zu behandeln - analog zur Internatio- nalen Olympischen A kademie in Olym- pia oder auch zu der bereits von Carl Diem in Ansätzen geplanten und betrie- benen Einrichtung. Die konkreten Initiativen zur Grün- dung eines solchen Instituts gehen auf den Kongress in Baden-Baden zurück. Realisiert wurde es dann 1993 unter dem Namen Deutsches Olympisches In- stitut in Berlin. In diesem Institut, einem Lieblingskind Daumes, fand das Fest- kolloquium zur Erinnerung an seinen Gründer statt. Es passt in das Leben Daumes, in dem Triumphe und Nieder- lagen immer ganz eng beieinander la- gen, dass NOK- Präsident und Regieren- der Bürgermeister von Berlin, der das Institut bis jetzt unterstützte, ausgerech- net bei dieser Gelegenheit sein fakti- sches Ende verkündeten. Für eine deut- sche Olympiabewerbung ist dies mit Si- cherheit das falsche Signal. Willi Daume (und Carl Diem) würden sich im Grabe drehen. MICHAEL KRÜGER (Universität Münster) Kooperenz im Sportmanagement Jahrestagung des Arbeitskreises Sportökonomie e. V . am 23. und 24. Mai 2003 in München Die Jahrestagung des Arbeitskreises Sportökonomie e. V , die dieses Jahr im Olympiapark in München an der Fakul- tät für Sportwissenschaft der Techni- schen Universität stattfand, stand unter dem Generalthema „Kooperenz im Sportmanagement ". Kooperenz (als Neo- logismus geformt aus Kooperation und Konkurrenz) beschreibt die Notwen- digkeit der Zusammenarbeit zwischen den Wettbewerbern trotz eines originär wettbewerblichen Verhältnisses zwi- schen ihnen. So stellt das in jedem sportlichen Wettkampf auftretende Phä- nomen Assoziative Konkurrenz - es wird mindestens ein weiterer Wettbe- werber benötigt, damit ein Wettkampf ausgetragen werden kann - eine Facette dieses Phänomens dar. Die Güte im Sin- ne von Vermarktbarkeit dieses Team- produkts hängt somit maßgeblich von den Wettbewerbern selbst ab. Diese SpW 33. Jg., 2003, Nr. 3