Institut für theoretische Physik der Universität Rostock
Zur statistischen Thermodynamik elektrolytischer Lösungen
mit großem Bjerrum-Parameter
Von W. Ebeling und G. Kelbg
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Mit 4 Abbildungen und 2 Tabellen (Eingegangen am 6. August 1965)
Zusammenfassung
Die Korrekturen zum Grenzgesetz der freien Energie und des osmotischen Koeffizienten
werden auf der Basis der allgemeinen statistisch-mechanischen Formeln explizit berechnet. Die
ersten Abweichungen vom Grenzgesetz (Term <B
W
der Guster-Theorie) werden für kurz-
reichende Kastenpotentiale bei kleinen Konzentrationen, d. h. kleinen Plasmaparametern
(JL = e
2
IDkTr
Dtbyc
« 1 aber beliebigen Bjerrum-Parametern q = e
2
/DkTa in geschlossener analy-
tischer Form angegeben. Für symmetrische Elektrolyte wird der Verlauf der Abweichungen in
Abhängigkeit von q diskutiert. Es wird gezeigt, daß für q = £
0
3,3 die ersten Abweichungen
im Fall starrer Kugeln Null sind, während für q < f
0
negative und für q > f
0
positive Abwei-
chungen folgen. Letztere entsprechen der Bildung von Ionenpaaren. Für q » 1 d. h. starke
elektrostatische Assoziation gehen die Korrekturen asymptotisch in die Bjerrum-Theorie über.
Im letzten Teil werden die zweiten Korrekturen zum Grenzgesetz für große Bjerrum-Parameter
q 1 abgeschätzt.
1. Die Reihenentwicklung der freien Energie und des osmotischen Drucks
Mit Hilfe der Methode der Cluster-Entwicklung [1], der Methode der kollek-
tiven Variablen [2] oder der Methode der Hilfsvariablen [3] kann die freie Energie
eines klassischen Systems geladener Teilchen durch eine Reihe dargestellt werden
F= -kTV<£ (1.1)
S = — + S
<2)
+ ©
(3>
+ S
<4)
+ - (1.2)
127t
Der erste Term liefert das Grenzgesetz, während die Beiträge <5
(n)
eine Folge von
Korrekturen zum Grenzgesetz liefert, die von der Theorie in Form von 3 (n — 1)-
fachen Integralen gegeben werden.
Das Ziel dieser Arbeit besteht in einer expliziten Auswertung der Korrekturen
zum Grenzgesetz. Häufig erfolgt diese Auswertung in Form einer ^-Entwicklung
bezüglich des Bjerrum-Parameters, die z. T. schon nach dem quadratischen Term
abgebrochen wird.
Der Bjerrum-Parameter ist definiert durch
£ e
= -
(1
-
3)
DkTa
ar
e„ = Ladung eines Ions der Sorte a, a„ = kleinster Abstand der Zentren zweier
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Prof. Dr. GÜNTER KELBG und Dr. WERNER EBELING, Institut für theoretische Physik der
Universität Rostock, 25 Rostock, Universitätsplatz 1.
14 Z. phys. Chem. Bd. 233, H. 3/4