H. Zwipp · S. Rammelt · S. Barthel
Klinik und Poliklinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie
am Universitätsklinikum „Carl Gustav Carus“ Dresden
Kalkaneusfraktur
Zusammenfassung
Obwohl einige Pioniere die Schrauben- bzw. Plattenfixation bei Kalkaneusfrakturen in
der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einführten, begann die chirurgische Versorgung
unter Anwendung offener anatomischer Reposition und übungsstabiler Osteosynthese
erst vor gut 20 Jahren. Diese Behandlungsweise wurde dank der Einführung der Compu-
tertomographie möglich, welche eine bessere Erkennung der Frakturpathologie gestatte-
te und die Grundlage für neue chirurgische Strategien legte. Seit Anfang der 90er Jahre
stehen verschiedene anatomisch geformte Kalkeneusplatten zur Verfügung. Neuere Ten-
denzen sind die an der Gefäßanatomie orientierte Zugangsmodifikation, die arthroskopi-
sche Gelenkkontrolle in Verbindung mit offener oder perkutaner Reposition, die frühe
freie Lappendeckung bei offenen Frakturen oder geschlossenen Brüchen mit Vollhautne-
krosen. Der neuerdings zunehmende Einsatz einer intraoperativen 3D-Röntgenkontrol-
le und die Verwendung zwischenzeitlich erhältlicher anatomisch angepasster und winkel-
stabiler Implantate in Stahl- und Titan-Version haben dazu beigetragen, dass eine annä-
hernd vollständige Wiederherstellung des früher gefürchteten Fersenbeinbruches mög-
lich geworden ist.
Schlüsselwörter
Extraartikulärer Fersenbeinbruch · Intraartikuläre Kalkaneusfraktur ·
Kalkaneusluxationsfraktur · Fußkompartmentsyndrom · Winkelstabile Kalkaneusplatte
Fracture of the calcaneus
Abstract
Although screw or plate fixation of the fractured calcaneus was first described in the 1920s,
surgical treatment using open anatomical reduction and stable internal fixation only com-
menced at the start of the 1980s. This treatment was made possible by the introduction of
new imaging methods such as CT which allowed better detection of the fracture pathol-
ogy and provided the basis for new surgical strategies. New procedures, including modi-
fied surgical approaches related to vascular anatomy, arthroscopic control of the subtalar
joint during open or closed reduction, early free flap coverage in severe open or closed
fractures with full-thickness skin necrosis, increasingly available 3D intraoperative radio-
graphic monitoring, and the use of interlocking calcaneus plates, have significantly im-
proved the functional outcome in the treatment of fractures of the calcaneus.
Keywords
Extraarticular os calcis fracture · Intraarticular calcaneal fracture · Fracture dislocation
of the calcaneus · Open and closed reduction · Interlocking calcaneal plate
Unfallchirurg 2005 · 108:737–748
DOI 10.1007/s00113-005-1000-6
Online publiziert: 9. September 2005
© Springer Medizin Verlag 2005
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