135 Transnationale soziale Räume polnischer Migranten in Leipzig B IRGIT G LORIUS Einführung Mit der Integration Polens in die Europäische Union gerät die Öffnung des europäischen Arbeitsmarktes für polnische Bürger in Sichtweite. Spätestens ab dem Jahr 20 können polnische Bürger ihren Arbeitsplatz und Wohnort in allen Staaten der europäischen Union frei wählen (BAMF 2005: 65). Doch auch wenn Deutschland polnischen Migranten die volle europäische Freizü- gigkeit bislang verwehrte, gibt es bereits heute vielfältige Austauschbezie- hungen zwischen beiden Ländern, insbesondere im Bereich der Arbeitsmigra- tion. Diese Migrationsprozesse sind vor allem durch die Zirkularität der Mo- bilität geprägt: die Migranten lassen sich nicht dauerhaft in Deutschland nie- der, sondern arbeiten und leben hier nur auf temporärer Basis. Sie folgen da- mit einem globalen Trend, denn weltweit sind steigende Zahlen von kurzfris- tigen und pendelnden Wanderungsbewegungen zu beobachten (GCIM 2005: 83). Die transnationalen Migranten halten dabei die Verbindungen in ihr Her- kunftsland auf vielfältige Weise aufrecht. Sie unterstützen Verwandte durch Geldsendungen, kehren regelmäßig zu Besuchen zurück und pflegen ihre so- zialen Kontakte in die Herkunftsregionen über Telefon oder Email. All diese Aktivitäten werden durch die Verbesserungen der globalen Transport- und Kommunikationsinfrastruktur erleichtert und gefördert (Pries 999). Durch die stetigen sozialen Kontakte über nationale Grenzen werden geographisch entfernte Räume miteinander verkoppelt und verschmelzen zu einer neuen Raumeinheit, in dem sich die Lebenswirklichkeit vieler Migranten zum größ- ten Teil abspielt: dem transnationalen sozialen Raum (Pries 999). Die Motive der Migranten, transnationale soziale Räume zu etablieren, liegen in dem Wechselspiel zwischen dem Willen zur sozialen Integration am