Automatische Kamerapositionierung f¨ ur intra-operative Visualisierungen in der onkologischen Leberchirurgie Konrad M¨ uhler 1 , Christian Hansen 2 , Mathias Neugebauer 1 , Bernhard Preim 1 1 Institut f¨ ur Simulation und Graphik, Otto-von-Guericke Universit¨ at Magdeburg 2 MeVis Research – Center for Medical Image Computing, Bremen muehler@isg.cs.uni-magdeburg.de Kurzfassung. In diesem Beitrag wird ein Verfahren vorgestellt, mit dessen Hilfe automatisch gute Blickpunkte auf dreidimensionale Pla- nungsmodelle f¨ ur die Leberchirurgie berechnet werden k¨ onnen. Das Ver- fahren passt die Position der virtuellen Kamera w¨ ahrend einer Operation dynamisch an, insbesondere im Falle einer Aktualisierung von onkologi- schen Planungsdaten durch neue intra-operative Befunde. 1 Einleitung 1.1 Motivation Zur Navigationsunterst¨ utzung w¨ ahrend komplexer leberchirurgischer Eingriffe werden dem Chirurgen zunehmend getrackter Ultraschall zusammen mit dreidi- mensionalen Planungsmodellen auf einem Bildschirm direkt am Situs dargeboten (Abb. 1(a)) [1, 2]. Bei den verwendeten Planungsmodellen handelt es sich um patientenindividuelle Modelle der Organoberfl¨ ache, Gef¨ aßsysteme und patholo- gischen Strukturen, die aus pr¨ a-operativen Tomographiedaten rekonstruiert wer- den. Im Verlauf eines Eingriffes kommt es h¨ aufig vor, dass sich die dargestellte Planungsszene durch intra-operativ detektierte Metastasen ver¨ andert [3]. Um dem Chirurgen jederzeit eine effektive Sicht auf die Daten zu gew¨ ahrleisten, ist eine Neupositionierung der virtuellen Kamera in vielen F¨ allen notwendig. Hierf¨ ur musste der Chirurg bisher aufwendig mit einer Maus in der Szene navigieren und wurde so unn¨ otig abgelenkt. Wir haben daher ein Verfahren entwickelt, dass au- tomatisch die g¨ unstigste Kameraposition in einer Planungsszene berechnet und diese dem Chirurgen intra-operativ in Echtzeit zur Verf¨ ugung stellt. 1.2 Stand der Forschung Im Bereich der intra-operativen Darstellung von dreidimensionalen Planungsda- ten wurden in den letzten Jahren eine Reihe an Arbeiten ver¨ offentlicht [1, 4, 5]. Bisher existiert jedoch kein Ansatz, der eine automatische Neupositionierung der Kamera w¨ ahrend eines chirurgischen Eingriffes in Abh¨ angigkeit von klinisch relevanten Parametern erlaubt.