349 Kurzrezensionen Nikolai Rakin, «Калевала» на коми языке. В контексте некоторых аспектов теории и практики художественного перевода� [Kalevala in der Komi-Sprache� Im Kontext einiger theoretischer und praktischer Aspekte der Übersetzung von Kunst�] Tartu, 2014� 338 S� Tema der Dissertation von Nikolai Rakin sind die Übersetzungen des fnnischen Nationalepos Kalevala ins Komi� Sie stammen von Adolf Turkin, V� I� Lytkin und M� Jol- kin, die verschiedene Gesänge aus dem Kalevala übertragen haben, und sind vorwiegend in Literatur- zeitschrifen der Komi erschienen (Войвыв кодзув, Югыд туй)� Ein Teil ist unveröfentlicht� Das Übersetzen ins Komi ist we- nig erforscht� Rakin befasst sich in seiner Arbeit denn auch eingehend mit der allgemeinen Problematik der Übersetzung ins Komi, wie der Verwendung von Kasus, Zeitformen und Personalformen im übersetzten Text� Der Anhang enthält zudem ein Verzeichnis aller auf Komi erschie- nenen Übersetzungen� Trotz ihres engen Temas hat die Untersuchung also eine allgemeine Dimension, da sie die für das Komi als Sprachform charakteristischen Strukturen im kontrastiven Rahmen der Überset- zungswissenschaf auslotet� Den Hauptteil der Arbeit bil- det eine Detailanalyse der Lexik, Morphosyntax, Phraseologie und Stilistik der Übersetzungen� Ge- sondert behandelt werden viele für die Volksdichtung charakteristi- sche Eigenheiten wie Parallelismus, Kehrvers, Alliteration, die Verwen- dung von Synonymen, die Über- setzung von im Komi fehlenden Begrifen, Personen- und Ortsna- men u� ä� Der Verfasser stellt unter Beweis, dass er die Besonderheiten der fnnischen Sprache hervorra- gend kennt, und analysiert auch sel- tene Konstruktionen überwiegend richtig� Stellenweise ist allerdings zu erkennen, dass sich die Sprach- kenntnis des Verfassers vor allem auf die Standardsprache beschränkt und sich nicht auf das Karelische erstreckt� Daher interpretiert er einige in der karelischen Sprache oder den Ostdialekten wurzelnde Wörter und Formen als poetische Ausdrücke� Übersetzungsprobleme werden in der Arbeit vorwiegend als technische Fragen behandelt, also als Übersetzung von Im Komi fehlenden Ausdrücken oder von in Ausgangs- und Zielsprache dif- ferierenden Konstruktionen� Die theoretischen Teile der Arbeit sind ausgesprochen knapp gehalten, und der Verfasser behandelt die Über- setzungen der Kalevala-Gesänge nicht als Gesamtheit� Im russischen Kontext wäre es möglich gewesen,