Positionspapier Nephrologe 2018 · 13:91–98 https://doi.org/10.1007/s11560-018-0230-x Online publiziert: 16. Februar 2018 © Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018 Redaktion D. Fliser, Homburg/Saar J. Hoyer, Marburg G. Schlieper 1,2 · A. Remppis 3 · V. Schwenger 4 · T. Keller 5 · R. Dechend 6 · S. Massberg 7 · S. Baldus 8 · T. Weinreich 9 · G. Hetzel 10 · J. Floege 2 · J. Hoyer 11 · F. Mahfoud 12,13 · D. Fliser 14 1 Zentrum für Nieren-, Hochdruck- und Stoffwechselerkrankungen, Hannover, Deutschland; 2 Medizinische Klinik II, Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Rheumatologische und Immunologische Erkrankungen, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen, Deutschland; 3 Klinik für Kardiologie, Herz- und Gefäßzentrum, Bad Bevensen, Deutschland; 4 Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Transplantationszentrum, Klinikum Stuttgart, Stuttgart, Deutschland; 5 Medizinische Klinik III: Kardiologie, Angiologie, Nephrologie, Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt, Deutschland; 6 HELIOS Klinikum Berlin-Buch und Experimental and Clinical Research Center, Charité – Campus Buch, Berlin, Deutschland; 7 Medizinische Klinik und Poliklinik I, Klinikum der Universität München, München, Deutschland; 8 Klinik III für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und Internistische Intensivmedizin, Herzzentrum Universität zu Köln, Köln, Deutschland; 9 Nephrologisches Zentrum Villingen- Schwenningen, Villingen-Schwenningen, Deutschland; 10 MVZ DaVita Rhein-Ruhr, Düsseldorf, Deutschland; 11 Klinik für Innere Medizin, Nephrologie und Internistische Intensivmedizin, Klinikum der Philipps-Universität,Marburg, Deutschland; 12 Institute for Medical Engineering and Science, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, USA; 13 Klinik für Innere Medizin III – Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar, Deutschland; 14 Klink für Innere Medizin IV – Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar, Deutschland Nicht-Vitamin-K-abhängige orale Antikoagulanzien (NOAK) bei chronischer Niereninsuffizienz Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft „Herz – Niere“, der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung und der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie Anwendungsgebiete von NOAK Nicht-Vitamin-K-abhängige orale Anti- koagulanzien (NOAK, auch neue bzw. direkte orale Antikoagulanzien [DOAK] genannt) werden zunehmend als Alter- native zu Vitamin-K-Antagonisten (wie Phenprocoumon oder Warfarin) einge- setzt. Die wesentlichen Indikationen von NOAK stellen die Schlaganfallprophyla- xe von nichtvalvulärem Vorhofflimmern Grundlage dieses Beitrags ist die Publikation Antikoagulation bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz: Empfehlungen der Arbeits- gemeinschaft „Herz – Niere“ der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreis- laufforschung und der Deutschen Gesellschaft fürNephrologie (2017).Internist 5:512–521. (VHF) mit einem entsprechenden Risi- koscore (s. unten) und die Terapie so- wie Rezidivprophylaxe venöser Trom- boembolien wie z. B. einer tiefen Beinve- nenthrombose oder Lungenembolie dar. Zudem können NOAK zur Prophyla- xe von venösen Tromboembolien nach elektiven Hüf- oder Kniegelenkersatz- operationen eingesetzt werden. Des Wei- teren wurde Rivaroxaban zur Prophyla- xe atherothrombotischer Ereignisse nach einem akuten Koronarsyndrom mit er- höhten kardialen Biomarkern von der eu- ropäischen (European Medical Agency, EMA), jedoch nicht von der US-ame- rikanischen Arzneimittelbehörde (Food and Drug Administration, FDA) zuge- lassen. Bei Schwangerschaf oder künstli- chen Herzklappen sind NOAK nicht ein- zusetzen. So war die Anwendung von Da- bigatran bei Patienten mit mechanischen Herzklappen im Vergleich zu Warfarin mit einem erhöhten Risiko für Blutun- gen und thromboembolische Komplika- tionen assoziiert [1]. Kürzlich hat die FDA ein weiteres NOAK, nämlich Betrixaban, zur Prophy- laxe von Tromboembolien bei Patien- ten, die wegen akuter Krankheiten hospi- talisiert sind, mit dem Warnhinweis zu- gelassen, dass die Terapie bei höher- gradiger Niereninsuffizienz mit erhöh- tem Blutungsrisiko einhergeht. Auch bei der EMA ist die Zulassung beantragt. Der Nephrologe 2 · 2018 91