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P. Klimczak et al. (Hrsg.), Maschinen der Kommunikation, ars digitalis,
https://doi.org/10.1007/978-3-658-27852-6_2
Zusammenfassung
Wenn das Bild ein zentrales epistemisches Werkzeug ist, stellt sich die Frage, was das
computergenerierte Bild an Erkenntnissen erzeugen und kommunizieren kann. Dazu
kann die Kunstgeschichte aus ihrer historischen und theoretischen Erfahrung heraus
entscheidende Beiträge liefern. Und zwar gerade aus ihrer methodischen Entwicklung
zu einer digitalen Geisteswissenschaft heraus. Im Folgenden soll dargestellt werden,
welche Aufgaben die Digitale Kunstgeschichte heute hat, welche Rolle der Computer
in der visuellen Geisteswissenschaft spielen kann und wie die digitale Transformation
die Vorstellung historischer Kultur verändert.
Schlüsselwörter
Visuelle Kommunikation · Digitales Bild · Visuelle Epistemologie · Digitale
Kunstgeschichte · Bildwissenschaft · Semantic Gap
Der Mensch ist ein bilderzeugendes Wesen, ein „homo pictor“ (Jonas 1997). Das
bedeutet: Im Gegensatz zu den meisten Tieren kann der Mensch seine inneren Vor-
stellungen über die visuelle Produktion nach außen kommunizieren und Bilder als Refe-
renzen auf etwas verstehen. Mehr noch: Im Prozess der Bildproduktion steckt nicht nur
eine Transformation von inneren Bildern in äußere Bilder, sondern ein grundlegender
Akt der Weltaneignung (vgl. Cassirer 1964). Das Bild ist also nicht nur ein visuelles
Maschinen in der visuellen
Kommunikation
Die Rolle des Computers zwischen Kunsthistoriker
und Artefakt
Harald Klinke
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H. Klinke (*)
Institut für Kunstgeschichte, Ludwig-Maximilians-Universität München,
München, Deutschland
E-Mail: h.klinke@lmu.de