29 © Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2020 P. Klimczak et al. (Hrsg.), Maschinen der Kommunikation, ars digitalis, https://doi.org/10.1007/978-3-658-27852-6_2 Zusammenfassung Wenn das Bild ein zentrales epistemisches Werkzeug ist, stellt sich die Frage, was das computergenerierte Bild an Erkenntnissen erzeugen und kommunizieren kann. Dazu kann die Kunstgeschichte aus ihrer historischen und theoretischen Erfahrung heraus entscheidende Beiträge liefern. Und zwar gerade aus ihrer methodischen Entwicklung zu einer digitalen Geisteswissenschaft heraus. Im Folgenden soll dargestellt werden, welche Aufgaben die Digitale Kunstgeschichte heute hat, welche Rolle der Computer in der visuellen Geisteswissenschaft spielen kann und wie die digitale Transformation die Vorstellung historischer Kultur verändert. Schlüsselwörter Visuelle Kommunikation · Digitales Bild · Visuelle Epistemologie · Digitale Kunstgeschichte · Bildwissenschaft · Semantic Gap Der Mensch ist ein bilderzeugendes Wesen, ein „homo pictor“ (Jonas 1997). Das bedeutet: Im Gegensatz zu den meisten Tieren kann der Mensch seine inneren Vor- stellungen über die visuelle Produktion nach außen kommunizieren und Bilder als Refe- renzen auf etwas verstehen. Mehr noch: Im Prozess der Bildproduktion steckt nicht nur eine Transformation von inneren Bildern in äußere Bilder, sondern ein grundlegender Akt der Weltaneignung (vgl. Cassirer 1964). Das Bild ist also nicht nur ein visuelles Maschinen in der visuellen Kommunikation Die Rolle des Computers zwischen Kunsthistoriker und Artefakt Harald Klinke 2 H. Klinke (*) Institut für Kunstgeschichte, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, Deutschland E-Mail: h.klinke@lmu.de