30 THEMA G+S 3/2016 DOI: 10.5771/1611-5821-2016-3-30 Werden Patienten in der richtigen Fachabteilung behandelt? Eine Analyse der Patientenzuordnung auf Fachabteilungen in Krankenhäusern nach dem Kriterium der ärztlichen Qualifikation KLAUS FOCKE, CHRISTIANE WUCKEL, ANSGAR WÜBKER Klaus Focke ist Leiter der Abteilung Versorgungsma- nagement des BKK Dachver- bandes e.V. in Berlin Christiane Wuckel ist Wissen- schaftliche Mitarbeiterin im Kompetenzbereich Gesundheit am Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsfor- schung (RWI) in Essen Prof. Dr. Ansgar Wübker ist Stellvertretender Leiter des Kompetenzbereichs Gesund- heit am Rheinisch-Westfäli- sche Institut für Wirtschafts- forschung (RWI) in Essen Politik und Experten von Krankenkassen und Krankenhäuser sowie die für die Krankenhausplanung zuständigen Länder suchen seit langem nach Qualitätskriterien für die Krankenhausplanung. Dabei geht es nicht nur um die Frage, welche Krankenhäuser aus qualitativen Gründen “vom Netz genommen“ werden können. Es geht auch darum, nach welchen fachlichen Kriterien die bestehende Krankenhausstruktur selbst oder die Zuordnung von Patienten zur bestehenden Krankenhausstruktur optimiert werden können. Ein strukturqualitatives Kriterium könnte die ärztliche Qualifikation in den Krankenhäusern bzw. Fachabteilungen sein. Ein hierzu entwickelter Algorithmus könnte erste Hinweise für qualitätsorientierte Krankenhausplanungs- und Konzentrationsprozesse oder auch die (um-) Steuerung von Patientenströmen liefern. 1. Einleitung Die Qualität in der stationären Versor- gung zu verbessern und Überkapazitäten im Krankenhausmarkt zu reduzieren, ohne die Versorgung in der Fläche zu beeinträchtigen – sind wesentliche Ziele der jüngsten Krankenhausreform (Kran- kenhausstrukturgesetz – KHSG 2015). Dass der Abbau von Überkapazitäten möglich ist ohne die Versorgung in der Fläche zu gefährden, zeigen aktuelle Berechnungen des RWI (Augurzky et al. 2014). Demnach könnte jede siebte Klinik in Deutschland geschlossen wer- den, ohne die Versorgung der Patien- ten zu verschlechtern. 99,6 Prozent der Deutschen könnten das nächste Kran- kenhaus der Grundversorgung innerhalb von 30 Autominuten erreichen und le- diglich 0,4 Prozent oder 300.000 Bürger brauchen länger, um zu einer Klinik mit zumindest einer Abteilung für Innere Medizin und Chirurgie zu kommen. Auch Maximalversorger, die kompli- ziertere Fälle behandeln könnten, seien für 96,3 Prozent der Deutschen innerhalb von einer Stunde Autofahrt zu erreichen. Aber wie lässt sich andererseits die Qualität der stationären Versorgung verbessern, ohne die Versorgung in der Fläche zu gefährden? Hierzu plant die Gesundheitspolitik mit der Umsetzung des Krankenhausstrukturgesetzes ver- stärkt die folgenden Instrumente ein- zusetzen: https://doi.org/10.5771/1611-5821-2016-3-30 Generiert durch IP '54.70.40.11', am 22.01.2019, 20:48:13. Das Erstellen und Weitergeben von Kopien dieses PDFs ist nicht zulässig.