1 www.gw-unterricht.at – ISSN: 2077-1517 Druckversion – ISSN: 2414-4169 Onlineversion – https://doi.org/10.1553/gw-unterricht150s1 GW-UNTERRICHT 150 (2/2018), 1–2 1 Editorial 150 Hefte GW-Unterricht – ein erweitertes Editorial G. K. Lieb, A. Koller, C. Fridrich, T. Jekel, L. Keller, A. Oberrauch & H. Pichler Runde Zahlen werden seit jeher als etwas Besonderes wahrgenommen und, wenn sie in zeitlichen Abläufen auftreten, etwa als runde Geburtstage oder Jubiläen gefeiert. GW-Unterricht hätte dazu im laufenden Jahr 2018 doppelt Grund, denn die Zeitschrift gibt es nunmehr bereits seit 40 Jahren und das Heft, das Sie in der Hand halten, ist die 150. Ausgabe. Gleich vorweg: Feierlichkeiten sind nicht vorgesehen – das Redaktionsteam konzentriert sich lieber auf die Herausforderungen der laufenden Arbeit. Ganz unbemerkt vorbeigehen lassen wollen wir das Jubiläum aber auch nicht! So sei, wie bei Anlässen dieser Art üblich, mit einem kurzen Rückblick begonnen. Unsere Zeitschrift wurde auf Initiative des Doyens der modernen GW-Didaktik, Wolfgang Sitte (1925–2006) ins Leben gerufen und erschien unter der Redaktion von Gerhard Atschko, Wolfgang Sitte und Ernst Weber erstmals im September 1978. Das Erscheinen nicht nur dieses ersten Heftes, sondern aller weiteren in den folgenden rund drei Jahrzehnten wurde durch die Zentralsparkasse der Gemeinde Wien (die Z) und die spätere Bank Austria-Creditanstalt (BA-CA) fnanziert. Dies geschah vor dem Hintergrund, dass diese Banken Interesse an der ökonomischen Bildung der Schüler/innen, damals „Spar- und Wirtschaftserziehung“ genannt, hatten und auf diese Weise die Lehrer/innen unterstützen wollten. Details zu diesen frühen Entwicklungen fnden sich in den Beiträgen von Atschko (2005) und Pirker (2005). Beide erschienen in der 100. Ausgabe von GW-Unterricht, die gleichzeitig auch eine Fest- schrift zum 80. Geburtstag von W. Sitte war. Brigitte Pirker von der BA-CA, bald schon Mitglied im Redak- tionsteam, war für lange Jahre die Schlüsselperson in der Kooperation mit diesem Kreditinstitut und der ‚gute Geist‘ dieser Zeitschrift. Daraus geht schon hervor, dass sich die Zeitschrift in der ‚Szene‘ rasch etablierte, füllte sie doch eine wichtige Lücke als jenes Publikationsorgan, das die spezifschen Ansprüche der seit 1962 verankerten Zusammenführung der Wissenschaftsdisziplinen Geographie und Ökonomie im Unterrichtsfach Geographie & Wirtschaftskunde erfüllte (vgl. Sitte 2006). Die Zeitschrift enthielt von Anfang an Beiträge zur Fachdidaktik, zur Fachwissenschaft, zur Unterrichtspraxis und zu Service – wie die entsprechenden Rubriken auch heute heißen – und bediente damit sowohl den fachdidaktisch-schulgeographischen Diskurs (schon im ersten Heft: Sitte 1978) als auch die Bedürfnisse der Lehrpersonen in den Schulen. Ein besonderes Anliegen blieb – über die wechselnden Redakti- onsteams hinweg – bis heute die sinnvolle Verbindung des ‚G‘ und des ‚W‘, sodass Schüler/innen beim Erwerb alltagsrelevanter Kompetenzen (wie man heute wohl sagen würde) unterstützt werden. Dabei entwickelte sich unsere Zeitschrift, worauf wir als Redaktionsteam besonders stolz sind, auch zu einer Plattform zur Aushandlung diskursiver Temen in der GW-Didaktik, was sowohl an den Beiträgen aus unterschiedlichen fachdidaktischen Paradigmen als auch an der Beitragskategorie ‚Kontrapunkt‘ erkennbar wird. Die Produktion der Zeitschrift wurde mit der Zeit immer professioneller, was sich auch im veränderten, mehrfach dem Zeitgeschmack angepassten Layout widerspiegelt. Dies sollen die verschiedenen Generationen des Erscheinungsbildes auf der Titelseite des vorliegenden Heftes exemplarisch zeigen. Indirekt symbolisieren sie auch die wohl markanteste Veränderung in der Geschichte von GW. 2007 wurde Realität, was sich schon länger abgezeichnet hatte. Die BA-CA fnanzierte GW-Unterricht – ebenso wie die mitunter als legendär konnotierten Fachdidaktiktrefen am Haimingerberg (Tirol) – nicht mehr, was bedeutete, dass nunmehr andere fnanzielle Quellen für das Erscheinen der Zeitschrift gefunden werden mussten. Durch den gänzlichen Wegfall dieses Sponsors mussten durch ein neues Redaktionsteam Finanzierung, Re- daktionsabläufe und Publikationsweise völlig neu gestaltet werden. Die für elektronische Dienstleistungen, Lek- torat, Layout, Druck und Werbung erforderlichen Mittel mussten durch Inserate, Medienpartnerschaften und in jüngster Zeit durch Open-Access-Gebühren gestellt werden. Nur am Rande sei erwähnt, dass alle Redaktions- mitglieder ehrenamtlich für diese Zeitschrift arbeiten. Die komplette Redaktionsarbeit wird seitdem von der Einreichung über die Begutachtung bis hin zur Endproduktion über eine Plattform abgewickelt.