Einleitung zum Sammelband Katharina Soukup-Altrichter, Christoph Weber und Gabriele Steinmair Lesson Studies (LS) kann man als Variante von Aktionsforschung sehen. Wie bei Aktionsforschung werden bei den LS Daten, oft aus der Beobachtung von Schü- lerinnen und Schülern bei ihren Lernprozessen, für die Reflexion und Weiterent- wicklung von Unterricht genützt. Ursprünglich kommt das Konzept der LS aus Japan. Auf diese hundert Jahre alte japanische Tradition der Entwicklung und Analyse von Unterricht wurde man im Westen erst vor wenigen Jahren aufmerk- sam (Altrichter, Posch & Spann, 2018). LS fanden als Professionalisierungsansatz mit Beginn der 2000er Jahre auch vermehrt Verbreitung in anderen Ländern wie USA, England, Kanada, Aust- ralien, Indonesien und Singapur (Altrichter et al., 2018). Während das ursprüngli- che Konzept aus der Lehrerfortbildung stammt, wird zunehmend versucht, LS auch in die Erstausbildung von Lehrkräften zu integrieren (Cajkler & Wood, 2016). Angeregt durch einen Vortrag von John Elliott im Rahmen der Internati- onal Week an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich und dem interna- tionalen Trend folgend, LS auch in die Erstausbildung einzusetzen, begannen wir an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich im Zusammenhang mit der Cur- riculumentwicklung für die PädagogInnenbildung Neu 1 LS systematisch in den Pädagogisch Praktischen Studien im Studium der Primarstufe curricular zu veran- kern. Folgende Elemente erschienen uns für die Grundausbildung von Lehrperso- nen besonders attraktiv: 1 Im Rahmen der PädagogInnenbildung Neu wurden in Österreich neue Curricula für alle Lehr- amtsstudien entwickelt. Neben inhaltlichen Änderungen (stärkere Kompetenzorientierung und Wissenschaftsbasierung) erfolgten auch strukturelle Änderungen (z.B. achtsemestriges Bachelorstudium und verpflichtendes Masterstudium anstelle eines sechssemestrigen Ba- chelorstudiums). © Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2020 K. Soukup-Altrichter et al. (Hrsg.), Lesson Studies in der Lehrerbildung, https://doi.org/10.1007/978-3-658-27748-2_1