Medien / Kultur 225 Sammelrezension Visuelle Kultur Jörg Helbig, Arno Russegger, Rainer Winter (Hg.): Visuelle Medien Köln: Herbert von Halem 2014 (Klagenfurter Beiträge zur visuellen Kultur, Bd.1), 260 S., ISBN 978-3-86962-060-2, EUR 28,50 Jörg Helbig, Arno Russegger, Rainer Winter (Hg.): Visualität, Kultur und Gesellschaft Köln: Herbert von Halem 2014 (Klagenfurter Beiträge zur visuellen Kultur, Bd.2), 212 S., ISBN 978-3-86962-093-0, EUR 26,50 Alice Pechriggl, Anna Schober (Hg.): Hegemonie und die Kraft der Bilder Köln: Herbert von Halem 2013 (Klagenfurter Beiträge zur Visuellen Kultur, Bd.3), 264 S., ISBN 978-3-86962-072-5, EUR 27,50 Zugespitzt formuliert ließe sich die Konturierung der Visual Culture Stu- dies zumal im deutschsprachigen Raum vielleicht folgendermaßen vorstellen: Erstens grenzen sie sich vom konser- vativen Kulturelitismus der älteren Kunstgeschichte ab, zweitens von den ontologisch-semiotisch-phänomenolo- gischen Elfenbeintürmen der neueren Parallelaktionen der Bildwissenschaft, und drittens halten sie der vita contem- plativa dieser beiden Konkurrentinnen um eine bevorzugte Zuständigkeit für eine Analyse der Bilder und des Visu- ellen eine politisch-sozial- und ideo- logiekritisch aufgeladene vita activa beziehungsweise activista entgegen. Der Begrif der ,Visuellen Kultur‘ selbst mochte dabei als „both a partial descrip- tion of a social world mediated by com- modity images and visual technologies, and an academic rubric for interdiscipli- nary convergences among art history, flm theory, media analysis and cultural studies“ (Foster, Hal/Krauss, Rosalind: „Introduction.“ In: October 77, 1996, S.3-4, hier S.3). Zudem sei er dazu geeignet, „feld and content“ (Mitchell, W.J.T.: „Showing seeing: a critique of visual culture.“ In: Journal of Visual Culture 2, 2002, S.165-181, hier S.166), Objekt und Subjekt oder auch Teorie und Praxis zusammenzuführen, fach- übergreifende Allianzen unter gleich- sinnig Interessierten zu stiften und schließlich so auch als Emblem einer dissidenten attitude innerhalb eines hegemonialen „diskursiven Raum[s] der Wissenschaftlichkeit“ zu dienen, in welchem ansonsten „politische oder diskurskritische Argumente nur noch als störend wahrgenommen werden“ (Holert, Tom: „Bildfähigkeiten: Visu- elle Kultur, Repräsentationskritik und