750 Geomonitoring – Kernbaustein für räumliche Wissensgenerierung in Geoinformationsinfrastrukturen Manfred MITTLBÖCK, Bernd RESCH, Markus EISL, Guenther SAGL und Michael LIPPAUTZ Zusammenfassung Geographische Ressourcen (definiert als räumliche Datensätze und Services) sowie deren Anwendung (z. B. in Navigation, Social Web) haben sich zu wesentlichen Bestandteilen der Informationsgesellschaft entwickelt. Standardisierte und interoperabel organisierte geographische Infrastrukturen fungieren dabei als Gesamtheit an Systemen, Strukturen und Prozessen (SENKLER et. al. 2003), die die Nutzung von räumlichen Ressourcen in service- orientierten Architekturen ermöglichen. Mit der Festlegung und Einhaltung von organisato- rischen Strategien, der Anwendung breit anerkannter Standards, Normen Technologien, Protokollen und Spezifikationen ist es Ziel, gemeinsame Systeme zu definieren, die das Auffinden, die Evaluierung und die adäquate Verwendung von Geoinformation unterstüt- zen. Nach BARTELME (2005) verstehen wir unter räumlicher Information in Geoinformationsin- frastrukturen im Gegensatz zu anderen Wissenschaftsdisziplinen kontextbezogene Inhalte, die Antworten auf räumliche Fragestellungen liefern. Diese Informationsebenen besitzen strukturelle und syntaktische Aspekte, formulieren die inhaltliche Semantik und weisen auf einen spezifischen Anwendungskontext (Pragmatik). Kombiniert, vergleicht und analysiert man nun diese räumlichen Inhalte kann neues Wissen generiert werden. Angestrebt wird mit integriertem nahzeitliches (in situ) Geomonitoring das Wissen um die aktuelle Lage entscheidend zu verbessern. 1 Rahmenbedingungen Internationale und offene Standards haben sich in den letzten Jahren im Bereich der Geoin- formation etabliert und ermöglichen einen gesamtheitlichen service-orientierten Workflow- Ansatz, beginnend bei der Messdatenaufnahme von Sensoren, über die Informationsextrak- tion, der automatischen Analyse bis hin zur Visualisierung. Im Mittelpunkt stehen dabei Informationen aus (nationalen) Geodateninfrastrukturen, Fern- erkundung und vermehrt Messdaten aus unterschiedlichsten in situ (bodengebundenen) verorteten Monitoringsystemen. Mit der standardisierten Geointegration von Sensormes- sungen in naher Echtzeit über vereinheitlichte Schnittstellen wird es damit auch erstmals möglich diese – in der Achse Zeit – qualitativ immens wichtigen Messdaten über standardi- sierte Schnittstellen räumlich effizient zu verarbeiten, zu interpolieren und in aktuelle Lage- und Informationssysteme, entsprechend ihrer spezifischen Nutzung einzubinden. Es existieren eine Vielzahl breit anerkannten Systemen, um z. B. physische, chemische Schadstoffe wie Radioaktivität und gefährlicher Gase aufzuspüren und die Ergebnisse der Strobl, J., Blaschke, T. & Griesebner, G. (Hrsg.) (2011): Angewandte Geoinformatik 2011. © Herbert Wichmann Verlag, VDE VERLAG GMBH, Berlin/Offenbach. ISBN 978-3-87907-508-9. Dieser Beitrag ist ein Open-Access-Beitrag, der unter den Bedingungen und unter den Auflagen der Creative Commons Attribution Lizenz verteilt wird (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/).