Die Remigration sozialistischer Exilanten nach Österreich: Exilpolitik – Netzwerke – Nachkriegsintegration Peter Pirker Der Artikel diskutiert Thesen der Remigrationsforschung anhand der Untersuchung der Rückkehr von österreichischen Sozialisten aus dem Exil im Jahr 1945. Er beschäftigt sich mit der Konzeption der Exilpolitik und deren Auswirkungen auf die Remigrationschancen mit einem Schwerpunkt auf die Folgen der Einbindung von Exilsozialisten in das transnationale Widerstandsnetzwerk von SOE. Schließlich wird die Politik der Inlandssozialisten gegenüber dem Exil und deren Dynamik dargestellt. Zuletzt wird die These der Westernisierung mit Blick auf die Reintegration der ersten sozialistischen Remigranten in Österreich diskutiert. Die Feststellung von Helga Embacher, dass ‘bis heute in Österreich keine systematische Remigrationsforschung’ betrieben wurde, 1 ist im Jahr 2013 nach wie vor gültig. Einzuschränken ist aber sicher, dass neben einer Reihe von (auto)biographischen Zeugnissen mittlerweile eine Reihe von Aufsätzen zum Wirken von Remigranten in gesellschaftlichen Teilbereichen der Kunst und Wissenschaft, des Journalismus sowie der Politik vorliegen. 2 Exil und Remigration nehmen in jüngeren biographischen Arbeiten zu zwei bedeutenden politischen Persönlichkeiten der Zweiten Republik und der Sozialdemokratie, nämlich Bruno Kreisky und Walter Wodak, einen zentralen, sogar paradigmatischen Stellenwert ein. 3 Bereits einige Jahre früher legten Christian Fleck und Heinrich Berger eine Studie zum Austromarxisten und Gewerkschafter Otto Leichter vor, in deren Zentrum Leichters Exil und nicht geglückte Remigration stehen. 4 Zudem gibt es erste Ergebnisse zur Erforschung der Nach-