138 DramArt | Numărul 2 | 2013 Poetisches Bilder‑Theater* Zu Herta Müllers Niederungen ‑ Uraufführung am Deutschen Staatstheater Temeswar Poetic Theatre of Images. About Herta Müller’s Nadir – Premiere at the German State Theatre from Timişoara ELEONORA RINGLER‑PASCU (Universitatea de Vest din Timişoara) Der Kurzprosaband Niederungen (1982) der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller erlebte am 29. September 2012 als Collage mehrerer Erzählungen seine Uraufführung am Deutschen Staatstheater Temeswar. Diese Produktion, in der Regie von Niky Wolcz, unter der Mitarbeit von Ulla Wolcz, ist ein gewaltiges, gewagtes Unterfangen, das den aus Temeswar stammenden Schauspieler und Regisseur, heute Professor an der Columbia University New York, seit Jahren beschäftigte. Schon seit 1984 wünschten beide Theaterschaffende zusammen mit anderen ehemaligen Ensemblemitgliedern des DSTT sich mit dem Banater Schwabendorf gewidmeten epischen Werk auseinanderzusetzen, das mit kritischen Augen betrachtet, aber auch mit Verständnis und Liebe durchtränkt, viele Erinnerungen der Autorin an ihr Herkunfts‑ und Heimatdorf verarbeitet. Erst nach einem langen Zeitabstand kam es dazu, dieses Vorhaben gemeinsam mit der Dramaturgin des DSTT – Valerie Seufert – zu verwirklichen, sich an den Erzähltext heranzuwagen, ihn in ein mosaikartiges Panoptikum zu verwandeln, das aus dem Epischen ein belebtes Drama ergibt. Die Bühnenfassung gewinnt eine besondere metaphysisch‑surreale Tiefe durch die von dem in Temeswar gebürtigen erfolgreichen Bühnenbildner Helmut Stürmer kreiertes Bühnen‑ und Licht‑Design, dessen persönliche Kindheitserfahrungen sich mit den bekenntnishaften Aussagen von Herta Müller treffen und über das Filmmedium, insbesondere durch die Filmszenen von Bogdan George Apetri, (ebenfalls an der Columbia University tätig), der in Nitzkydorf, Nachbardörfern und im Bergland in *Publiziert in gekürzter Form in „Allgemeine Deutsche Zeitung”, Bukarest, 5. Oktober 2012.