16 Nachwachsende Rohstoffe und Bioraffinerien
T16.01
Biobasierte Alkohole
K.-D. Vorlop
1)
(E-Mail: klaus.vorlop@vti.bund.de), W. Wach
2)
1)
Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI), Braunschweig, Germany
2)
Südzucker AG, Offstein, Germany
DOI: 10.1002/cite.201250564
V16.01
Nutzung von Rohglycerin: Rohglycerin-Aufarbeitung,
Herstellung von 1,3-Propandiol und Rückgewinnung von
Fettsäuren
S. Wiesen
1)
(E-Mail:Wiesen@mv.uni-kl.de), Dr. N. Tippkötter
1)
, Dr. K. Muffler
1)
, Dr. U. Sohling
2)
,Dr. F. Ruf
2)
, Prof. R. Ulber
1)
1)
TU Kaiserslautern, Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Gottlieb-Daimler-Straße 44, D-67663 Kaiserslautern, Germany
2)
Süd-Chemie AG, Adsorbentien und Additive, Ostenrieder Straße 15, D-85368 Moosburg, Germany
DOI: 10.1002/cite.201250265
Die fermentative Verwertung von Roh-
glycerin setzt je nach Herstellungsme-
thode und Produktionsorganismus eine
Vorbehandlung des Glycerins zur Ent-
fernung von Produktinhibitoren voraus.
Durch den Einsatz von Hydrotalcit-Ad-
sorbern können die im Rohglycerin ent-
haltenen Fettsäuren entfernt werden.
Durch diese einfache Aufarbeitungs-
methode ist ein mit reinem Glycerin
vergleichbarer Umsatz von stark mit
Fettsäuren verunreinigtem Rohglycerin
zu 1,3-Propandiol (PDO) möglich. Die
durch den Hydrotalcit gebundenen Fett-
säuren lassen sich mit einem Ethanol-
Wasser-Gemisch eluieren. Somit kann
der Adsorber regeneriert und die Fett-
säuren wieder der Wertschöpfungskette
zugeführt werden. Im Fed-Batch-Experi-
ment kann mit C. diolis eine PDO-Kon-
zentration von über 50 g L
–1
unter Ver-
wendung des aufgereinigten Rohgly-
cerins erzielt werden. In der industriel-
len Produktion wird PDO momentan
destillativ aufgearbeitet. Ein adsorptives
Aufarbeitungsverfahren kann den Ener-
giebedarf des Herstellungsprozesses
drastisch senken. Auf der Suche nach
einem geeigneten Material wurde ein
Adsorberscreening in Bezug auf die Bin-
dungseigenschaften durchgeführt. Mit
einem b-Zeolith der Firma Süd Chemie
AG konnte bisher die höchste Beladung
im Modellsystem von 120 mg PDO/g
Adsorber erreicht werden.
V16.02
Ethanolherstellung aus teilentzuckertem Molkenkonzentrat
im Labor- und Industriemaßstab
C. Wagner
1)
(E-Mail:cwagner@iftc.uni-hannover.de), Dr. S. Beutel
1)
, Dr. H. Buchholz
2)
, R. Finke
3)
, L. Wilkening
3)
, Prof.Dr. T. Scheper
1)
1)
Universität Hannover, Institut für Technische Chemie, Callinstraße 5, D-30167 Hannover, Germany
2)
Biolac GmbH & Co. KG, Am Bahnhof 1, D-31097 Harbarnsen, Germany
3)
Kraul & Wilkening u. Stelling GmbH, Lohweg 39, D-30559 Hannover, Germany
DOI: 10.1002/cite.201250221
Durch die Verwertung von Molke lassen
sich Proteine, Milchzucker und Salze
zurückgewinnen. Die heutige Heraus-
forderung liegt in der Verminderung
der Abwasserlast der molkenverarbei-
tenden Industrie. Das teilentzuckerte
Molkenkonzentrat (TEM) enthält etwa
20 % Milchzucker und geringe Mengen
an Protein (1 %). Dies führt zu einem
hohen Entsorgungsaufwand aufgrund
des hohen chemischen Sauerstoffbe-
darfs (CSB). Alternativ kann eine Vergä-
rung des Milchzuckers zu Ethanol mit-
tels Hefen der Spezies Kluyvermomyces
erreicht werden. Auf diese Weise lässt
sich Bioethanol gewinnen und die Ab-
wasserbelastung verringern. Die bio-
technologische Verwertung von Molke-
reiabwässern findet jedoch noch keine
weitverbreitete Anwendung und ist zu-
dem nur dezentral sinnvoll.
Der biotechnologische Prozess be-
steht aus zwei Stufen: der Hefeanzucht
und der Fermentation. Hierfür müssen
die verwendeten Hefen sowohl gute
Wachstumseigenschaften unter aeroben
als auch gute Gärungseigenschaften un-
www.cit-journal.com © 2012 WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim Chemie Ingenieur Technik 2012, 84, No. 8, 1296–1315
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