Dammel, Antje u.a. (Hrsg.): Kontrastive Germanistische Linguistik 193 Rezensionen Info DaF 2/3 · 2012 Literatur Costa, Marcella; Müller-Jacquier, Bernd: »Erklärung und Fremdverstehen in Stadtfüh- rungen.« In: Spreckels, Janet (Hrsg.): Erklären im Kontext. Neue Perspektiven aus der Gesprächs- und Unterrichtsforschung. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren, 2009, 177–192. Fricke, Elen: Origo, Geste und Raum. Lokaldeixis im Deutschen. Berlin: de Gruyter, 2007. Hausendorf, Heiko; Quasthoff, Uta: Sprachentwicklung und Interaktion. Eine linguistische Studie zum Erwerb von Diskursfähigkeiten. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1996. Luckmann, Thomas: »Grundformen der gesellschaftlichen Vermittlung des Wissens: Kom- munikative Gattungen.« In: Neidhardt, Friedhelm; Lepsius, M. Rainer; Weiß, Johannes (Hrsg.): Kultur und Gesellschaft. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1986, 191–211 (Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 27). Dammel, Antje; Kürschner, Sebastian; Nübling, Damaris (Hrsg.): Kontrastive Germanistische Linguistik. 2 Teilbände. Hildesheim: Olms, 2010 (Germanistische Linguistik 206–209). – ISBN 978-3-487-14419-1. 892 Seiten, € 136,– (Klaus Geyer, Erfurt und Odense / Dänemark) Die Kontrastive Linguistik (KL) wird von vielen mit gutem Grund in erster Linie in der Angewandten Linguistik und der Fremdsprachendidaktik verortet. Zwar gelang es der KL dort nur in bescheidenem Umfang, die in sie gesetzten hohen Erwartungen zu erfüllen, weshalb man sich bald anderen Lehrmethoden zu- wandte; dennoch hat ein gewisser Anteil an »Kontrastivität« weiterhin – und dies ist m. E. manchen Lernertypen und Lerngegenständen durchaus angemessen – im Fremdsprachenunterricht und in Lehrwerken seinen Platz behaupten können. Aber auch aus der Perspektive der deskriptiven und der theoretischen Linguistik scheint der KL kein allzu großer Erfolg beschieden zu sein, vgl. z. B. die Einschätzung von Krzeszowski (1990: 1): »Contrastive studies do not enjoy much respect among linguists.« Dies dürfte vor allem der Tatsache geschuldet sein, dass dem puren Kontrastieren das tertium comparationis, also die Vergleichsbasis fehlt – eine methodische Schwäche, die beispielsweise die Konzeption der Allgemein- Vergleichenden Grammatik (vgl. hierzu z. B. Lehmann 1989, Zaefferer 1998) mit ihrer sprachübergreifenden semantischen, funktionalen und/oder kognitiven Fundierung überwindet. Ist eine solche Fundierung gegeben, kann die Stärke kontrastiver Untersuchungen zum Tragen kommen. Sie besteht darin, dass diese einen »feinkörnigen Vergleich zweier Sprachen entlang vieler Parameter der Variation« (König 1996: 32) leisten können. 1 Was hat vor dem Hintergrund dieser Positionen ein Sammelwerk Kontrastive Germanistische Linguistik anzubieten, das »dezidiert die kontrastive Perspektive« (1) verfolgt, wie die HerausgeberInnen im Vorwort betonen?