667 Besprechungen Christian Scholz (Hrsg.) Handbuch Medienmanagement Berlin: Springer, 2006. – 982 S. ISBN 3-540-23540-X Christian Scholz legt mit dem knapp 1.000 Seiten starken Herausgeberband „Handbuch Medienmanagement“ ein umfassendes Werk vor, das eine Vielzahl von Facetten rund um das Thema Medienmanagement betrachtet. Die insgesamt 38 Aufsätze gliedern sich in sechs Kapitel: (1) die Basis, (2) die Facetten, (3) die Strategie, (4) die Gestaltung, (5) der Vertrieb und (6) das Rechnungswesen. Jedes Kapitel umfasst ein englisches Inter- view mit einem Vertreter des Steering-Kommi- tees der International Media Management Association. Als Einstieg dient dem vorliegen- den Herausgeberband ein Interview mit dem Bertelsmann-Vorstandsvorsitzenden Gunter Thielen. Darauf folgen die sechs Kapitel mit variierender Gewichtung, indem sie zwischen vier bis neun Beiträge enthalten. Die Beiträge weisen teilweise einen wissenschaftlichen oder einen Management-Schwerpunkt auf. Zu Be- ginn jedes Aufsatzes erhält der Leser eine Vor- schau über die Thesen des Aufsatzes. Das Buch schließt im Ausblick mit einem Interview mit Fritz Pleitgen. Der Herausgeber erklärt im Vorwort, dass es um den betriebswirtschaftlichen Gestaltungs- und Verwertungsprozess geht. So stehen die Fragestellungen des Managements von Me- dienunternehmen beziehungsweise von Medi- en im Mittelpunkt. Es stehen aber auch nicht unmittelbar der Betriebswirtschaftslehre zure- chenbare Aspekte (z. B. die Mediensoziologie) im Fokus, so dass in dem Herausgeberband eine sehr breite Prozessdefinition zugrunde gelegt wird. Im ersten Kapitel, „die Basis“, beginnt der Herausgeber, Christian Scholz, mit dem Beitrag „Medienmanagement – Herausforderungen, Notwendigkeit und ein Bezugsrahmen“. Er legt damit den Grundstein und gibt eine Einfüh- rung in die Thematik. Er erklärt die einzelnen Mediendisziplinen und beschreibt die Medien- wirkungen. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit den verschiedenen Mediendisziplinen. Hier werden u. a. die Themen Medienpsychologie, Medienpolitik und Medienrecht abgehandelt. Das dritte Kapitel bespricht den strategischen Aspekt des Medienmanagements. Es beginnt mit einem einleitenden Artikel von Thorsten J. Gerpott „Wettbewerbsstrategien – Überblick, Systematik und Perspektiven“ und vertieft das Thema dann z. B. im Beitrag von Arnold Picot und Rahild Neuburger in „Strategische Allian- zen – Eine Chance für Medienunternehmen“. Im vierten Kapitel geht es um die prozes- sorale Gestaltung. So wird z. B. das Personal-, Führungs- bzw. Projektmanagement in und für Medienunternehmen betrachtet. Kapitel 5 behandelt den Vertrieb und damit die Bezie- hung zu den Kunden. Gabriele Siegert schreibt hier über „Absatzmanagement – Preis-, Pro- dukt- und Programmpolitik“ und Bernhard Swoboda, Judith Giersch und Thomas Forscht erläutern im Rahmen des Markenmanagements die Markenbildung in der Medienbranche. Der monetäre Aspekt wird im sechsten Kapitel be- schrieben, in dem die Themen Finanzierung, Kosten- und Leistungsrechnung und Control- ling abgehandelt werden. Zusammenfassend weist das Buch eine aus- gewiesene Autorenbasis auf. Die Autoren der Aufsätze forschen entweder über Medien oder arbeiten in der Medienindustrie. Evaluierend lässt sich anmerken, dass das Buch einen sehr guten Überblick über Fragen des Medienmanagements liefert. Es ist sehr breit aufgestellt, so dass viele Leser aus den unterschiedlichsten Bereichen von dem Buch profitieren können. Aus diesem Grunde liefert das Handbuch auch, was es verspricht – es ist ein Buch, das sich an alle richtet, die sich mit Medienunternehmen und Medienprodukten befassen. Dieser Anspruch führt letztlich auch dazu, dass vieles nicht tiefgehend betrachtet werden kann, sondern nur zusammenfassend dargestellt wird. Wie jeder Herausgeberband ist die Qualität der einzelnen Aufsätze hetero- gen über die Autoren verteilt. So manches Mal hätte sich der Leser eine stärkere Einarbeitung und Aufbereitung der empirischen Literatur gewünscht, die in vielen Beiträgen nicht einbe- zogen wird. Insgesamt kann das „Handbuch für Me- dienmanagement“ überzeugen. Es beinhaltet viele Informationen und Quellen, die für eine breite Leserbasis gut aufbereitet sind. Zudem lässt es sich gut lesen und eignet sich auch für den Einsatz in der wissenschaftlichen Lehre. Insofern kann dem Herausgeberband eine sehr https://doi.org/10.5771/1615-634x-2006-4-667 Generiert durch IP '207.241.231.83', am 19.07.2018, 10:47:36. Das Erstellen und Weitergeben von Kopien dieses PDFs ist nicht zulässig.