113 Situierte (Geschichte der) Subjektivierung im Unterricht Ein Gespräch zwischen adressierungsanalytischer und dokumentarischer Interpretation Nele Kuhlmann und Julia Sotzek Zusammenfassung Die Praktik des Schüler*innen-Feedbacks ist programmatisch hoch im Trend und verspricht Lehrer*innen Impulse für eine umfassende Professionalisierung sowie einen optimalen und efzienten Weg zu einer gesteigerten Unterrichts- qualität Der gouvernementalitätstheoretischen Lesart, Feedback als zentralen Steuerungsmechanismus des ‚unternehmerischen Selbst‘ zu deuten, wollen wir in diesem Artikel zwei empirische Analysen zur Seite stellen, welche den spezi- fsch gebrochenen situierten Vollzug von Schüler*innen-Feedback fokussieren Im Sinne eines inter-methodischen Gesprächs wurde ein videographiertes Feedbackgespräch im Rahmen eines Gymnasiums mit zwei Auswertungsmetho- den interpretiert: Zunächst fragen wir im Anschluss an praktikentheoretische Arbeiten mit der Adressierungsanalyse, welche feldspezifschen Brechungen der Programmatik innerhalb der performierten (Re-)Adressierungen sichtbar werden; indes untersuchen wir mit der Dokumentarischen Methode den habitusspezif- schen Vollzug der Praktik Der gemeinsame Fluchtpunkt unserer Analysen liegt darin, das Verhältnis von situierter Subjektivierung und sedimentierter Subjek- tivierungsgeschichte zu diskutieren Schlusspunkt unseres Gesprächs bildet das Fazit mit besonderer Berücksichtigung der aufgekommenen Synergieefekte Schlüsselbegrife Subjektivierungsanalyse, Adressierungsanalyse, Lernkultur, Dokumentarische Methode, Habitus, Unterrichtsforschung © Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019 A. Geimer et al. (Hrsg.), Subjekt und Subjektivierung, https://doi.org/10.1007/978-3-658-22313-7_6