From Pato to Parlor. Domesticity, Masculinity, Religious Space, and Alternative Archives in 20 th -Century Ghana Stephan F. Miescher Comparativ | Zeitschrift für Globalgeschichte und vergleichende Gesellschaftsforschung 17 (2007) Heft 5 / 6, S. 131–145. RESÜMEE Stephan F. Miescher: Vom pato zur Wohnstube. Häuslichkeit, Männlichkeit, religiöser Raum und alternative Archive im Ghana des 20. Jahrhunderts Die Missionare, die vor 0 Jahren im heutigen Südwest-Ghana ankamen, fanden eine Form häuslicher Architektur vor, die weitgehend von Gender-Prinzipien geprägt war. Jeder, der es sich leisten konnte, baute in seinem Gehöft einen auf drei Seiten geschlossenen Plattform (pato), wo er Besucher empfangen konnte. Ebenfalls wichtig war der Raum, in dem die sakralen Hocker der matrilinearen Ahnen aufbewahrt wurden. Mit der Ausbreitung des Christentums im frühen 20. Jahrhundert entstand eine neue Klasse gebildeter Männer, die zwar im Einklang mit den Forderungen der Missionare zusammen mit der Ehefrau und den Kindern in einem Haus wohnten, aber innerhalb davon eine Stube hatten, die einen männlichen Raum darstellte. Sie übernahm sowohl die Funktion des sakralen Hockerraums (sie war mit christlicher Ikonogra- phie geschmückt und diente unter anderem als Gebetsraum) als auch die des Besucherraums. Dieser Wandel in der Architektur widerspiegelte den Übergang zu einem neuen Männertypus. Calling on retired teachers and catechists in Akan towns of southern Ghana during the 1990s, I was frequently led into their formal sitting rooms. Tese parlors, usually quite dark, were furnished with prestige objects like bookcases, wall clocks, radios, tables, and chairs. Displaying their collection of books and papers underlined these men’s “bookish” knowledge and marked them as members of the akrakyefoo: clerks, teachers, store-man- agers, accountants, and pastors. Such domestic interiors were important sites in these men’s lives. Tere they welcomed visitors, ofered advice to family members, fulflled their responsibilities as male elders, and practiced their religious belief as member of Christian churches. Tese spaces revealed their social status. Some had elaborate parlors