Romanische Studien 5, 2016 Forum Romanistik in Bewegung Über die Freiheit zur Philologie Julian Drews (Potsdam), Anne Kern (Potsdam), Tobias Kraft (Potsdam), Benjamin Loy (Köln), Marie-Therese Mäder (Halle-Wittenberg) zusammenfassung: Vor dem Hintergrund der tradierten Analysekategorien und der In- stitutionengeschichte beziehen junge wie etablierte Romanistinnen und Romanisten in diesem Band Position zu ihrer eigenen Tätigkeit und zu den Ansprüchen an das eigene Fach. In der Aushandlung von ambivalenten HerkünȻten, gegenwärtigen Möglichkeiten und denkbaren ZukünȻten stellen sich die Beitragenden deshalb die Frage der Relevanz: Was ist der Beitrag, was ist die Aufgabe der Romanistik in den gegenwärtigen literatur- und kulturwissenschaȻtlichen Debatten und ihren gesellschaȻtlichen Funktionen? schlagwörter: Romanistik; Geschichte der Philologie Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags und der Herausgeber/innen aus: Romanistik in Bewegung: Aufgaben und Ziele einer Philologie im Wandel, hrsg. von Julian Drews, Anne Kern, Tobias Kraft, Benjamin Loy und Marie-Therese Mäder (Ber- lin: Kadmos, 2016), 304 S. ⁂ Kaum eine geisteswissenschaftliche Disziplin hat in Deutschland in den ver- gangenen Jahrzehnten mit einer vergleichbaren Verve das Genre der Selbst- befragung kultiviert wie die Romanistik. ¹ So könnte man mit Kai Nonnen- macher zurecht die Frage stellen, welche Funktion vor dem Hintergrund die- ser disziplinären Tradition, aber auch der generellen Tendenzen des gegen- wärtigen Wissenschaftssystems „die Textsorte Quo vadis zwischen Vergan- genheitskritik, Gegenwartsanalyse und Zukunftsplanung des eigenen Fachs ¹ Reichlich Anschauungsmaterial dieser ausufernden Debatten bieten neben verschie- denen Themenheften in einschlägigen romanistischen Zeitschriften auch, um nur einige zu nennen: Estelmann, Krügel und Müller, Hrsg., Traditionen der Entgrenzung; Lieber und Wentzlaff-Eggebert, Hrsg., Deutschsprachige Romanistik – für wen? sowie im eher hagiogra- phisch gehaltenen Stil Ertler, Hrsg., Romanistik als Passion und Gumbrecht, Vom Leben und Sterben der großen Romanisten.