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H. Kindermann, Konsumentenverständnis,
https://doi.org/10.1007/978-3-658-28161-8_4
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Gedächtnis
Schlüsselwörter
Gedächtnis · Limbisches System · Emotionen · Gefühle · Intuition · Affekt · Kognition
Als Gedächtnis bezeichnet man ganz allgemein die Fähigkeit, Erfahrungen, Wissen
und unsere motorischen Fertigkeiten so abzuspeichern, dass wir sie für kürzere oder län-
gere Zeit behalten und später wieder abgerufen können.
Unter Lernen versteht man den Prozess, der mit gewünschtem (intentionales Ler-
nen), zufälligem, quasi beiläufgem (inzidentelles Lernen) oder weitgehend unbe-
wusstem (implizites Lernen) Erwerb von neuem Wissen, Erfahrungen und Fertigkei-
ten einhergeht. Lernen führt in der Regel zu einer Veränderung des Verhaltens,
Denkens oder Fühlens aufgrund von neu gewonnenen Einsichten und Erfahrungen.
Diese Fähigkeit ist für Mensch und Tier eine Notwendigkeit, um sich an die Verände-
rungen der Umwelt anzupassen, sinnvoll zu handeln und eigene Ziele zu verfolgen.
Das Gelernte ist vom Lernenden nicht immer erkennbar oder beschreibbar. Diese
Zusammenhänge werden in Kap. 6 näher behandelt. Zunächst befassen wir uns mit
unserem Gedächtnis.
Das Gelernte, also jene Wissensstrukturen, die implizit oder explizit in unserem
Gedächtnis verfügbar sind, stellt die Basis für die Integration neuer Information dar. Sol-
che Wissensstrukturen sind nicht immer detailliert ausgeprägt, sondern vielmehr abstra-
hierte Konzepte oder Schemata von Objekten oder Menschen. Konzepte oder Sche-
mata sind mentale Wissensstrukturen, die Information über ein bestimmtes Objekt oder
einen Menschen in generalisierter Form enthalten. Sie stellen Hilfsmittel dar, um die
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