Abstract zur Konferenz Digital Humanities im deutschsprachigen Raum 2020 Bildrepositorien und Forschung mit digitalen Bildern im Bereich der Kunstgeschichte Kröber, Cindy cindy.kroeber@tu-dresden.de TU Dresden, Deutschland Münster, Sander sander.muenster@tu-dresden.de Friedrich-Schiller-Universität Jena, Deutschland Messemer, Heike heike.messemer@uni-wuerzburg.de Universität Würzburg, Deutschland Einleitung Das Verständnis zu Forschungspraktiken und Bedürfnissen von WissenschaftlerInnen und angehenden ForscherInnen im Bereich der Kunstgeschichte sowie ihren Herausforderungen und Ansprüchen beim Zugang und bei der Nutzung digitaler Ressourcen, wie z.B. Bildrepositorien, ist essentiell für den Aufbau geeigneter digitaler Infrastrukturen, die den wissenschaftlichen Arbeitsablauf effektiv erleichtern und den Wert der Bestände steigern. Vor diesem Hintergrund geht es uns darum, zu untersuchen, wie KunsthistorikerInnen mit digitalen Informationen und insbesondere mit Bildbibliotheken umgehen und welche Qualitätskriterien sie dabei heranziehen. Dieser Beitrag zielt darauf ab, Implikationen für eine Nutzung und nutzerzentrierte Gestaltung von Ressourcen und insbesondere von Bildrepositorien abzuleiten. Um forschungsbezogene Aufgaben adäquat zu unterstützen, haben verschiedene Ansätze versucht, den Forschungsprozess zu formalisieren, indem sie sogenannte Forschungsprimitive als grundlegende Aufgaben (z.B. Entdecken, Kommentieren, Vergleichen oder Referenzieren) innerhalb der Forschung identifiziert haben (Palmer/Teffeau/Pirmann 2009, Unsworth 2000, Ross 2010) oder das Zwischenspiel von Aufgaben während der Forschungstätigkeit modellieren (z.B. Benardou et al. 2010, Pertsas/Constantopoulos 2017). Da sich solche Beschreibungen leicht in Software- Designs übertragen lassen, besteht ein Widerspruch zu den vielschichtigen Methoden und komplexen Vorgehen, mit denen Wissenschaft tatsächlich praktiziert wird. 1 Nutzerstudie mit Studierenden der Kunstgeschichte Die Daten für diese Umfrage stammen aus einer Fokusgruppen-Diskussion vom September 2016 mit 15 Studierenden des Studiengangs Kunst- und Architekturgeschichte der Universität Würzburg und werden ergänzt durch Interviews mit 5 Studierenden der Kunstgeschichte an der TU Dresden vom Juni 2019. Es handelte sich um Bachelor- und Masterstudierende im Alter zwischen 20 und 70 Jahren. Die Studierenden aus Würzburg sollten für eine Exkursion Informationen über bestimmte Gebäude der Stadt Dresden vorbereiten und präsentieren. Im Rahmen einer Fokusgruppe hat der Moderator Fragen nach dem Rechercheverhalten für die Vorbereitung der Exkursionsaufgabe gestellt und wollte, dass die Studierenden ihren allgemeinen Forschungsprozess beschreiben. Der schriftliche Bericht der Fokusgruppen lieferte die Daten für eine qualitative Auswertung. Eine geeignete Methode ist die von Philipp Mayring eingeführte qualitative Inhaltsanalyse (Mayring 2008). Die Umfrage ist durch mehrere Aspekte eingeschränkt, wie z.B. die geringe Zahl der studentischen TeilnehmerInnen, die alle von der gleichen Universität kamen oder ihre sehr spezifische Aufgabe im Bereich Architekturgeschichte. Die Anwesenheit des Lehrenden und der KommilitonInnen kann ebenfalls zu einer Verzerrung der Antworten führen. Daher wurde im Juni 2019 mit einer weiteren Interviewphase begonnen. Diese Interviews sind losgelöst von einer spezifischen Aufgabe. Die TeilnehmerInnen werden insbesondere zu ihrem Forschungsprozess und ihren Qualitätskriterien im Umgang mit digitalen Bildrepositorien befragt. Von diesen Interviews wurden Audioaufnahmen gemacht, die transkribiert und dann ebenfalls nach Mayrings qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet wurden. Ergebnisse der Studie Phasen im Forschungsprozess Im Gespräch berichteten die Studierenden, dass sie sich zu Beginn der Bildersuche einen ersten Eindruck verschaffen und die Aufgabe erfassen wollen. Meist wird auch vorab online und bei der Bibliothek geschaut, ob genug Material zum Thema zur Verfügung steht. Die initiale Bildersuche diente der Inspiration und Recherche nach verwandten Themen sowie der Hypothesenbildung (Frage: Wie sind Sie an Ihren Rechercheprozess herangegangen?). Im Anschluss änderte sich ihr Suchverhalten und Bedarf, um alle relevanten Informationen zu sammeln und zu strukturieren, um schlussendlich die Präsentation vorzubereiten. Die gesamte Recherche wurde von den Informationen beeinflusst, auf die sie währenddessen stießen.