Michael Farrenkopf Anmerkungen zur archivischen Quellenüberlieferung des Bergbaus in Deutschland Aufgrund der langen Tradition des Bergbaus auf unterschiedliche Bodenschätze in Deutsch- land existiert heute eine sehr umfangreiche archivische Quellenüberlieferung, die im Folgen- den nur ansatzweise beschrieben werden kann. Insofern sollen lediglich grundlegende Infor- mationen über die Erreichbarkeit zentraler und für die Montangeschichte einschlägiger Pro- venienzen gegeben werden. Darüber hinaus wird der Schwerpunkt auf archivische Quellen des Ruhrbergbaus im Bereich des so genannten Wirtschafts-Schriftgutes gelegt. Aus der Beschränkung auf archivische Quellen resultiert ferner, dass nicht auf vorhandene Quellengattungen eingegangen wird, die sich erstens vor Ort (d. h. in der Landschaft/in situ – z. B. Industriedenkmale), zweitens im Museum (d. h. Sachquellen – z. B. die umfangrei- chen Objektsammlungen des Deutschen Bergbau-Museums Bochum [DBM]) oder drittens in Bibliotheken (d. h. gedruckte Quellen – z. B. die reichhaltigen Bestände der Stiftung Bi- bliothek des Ruhrgebiets in Bochum) befinden. Bergbehördliches Schriftgut Dem Charakter des Bergbaus als Urproduktion und Führungssektor wirtschaftlichen Han- delns entsprechend kommen als Verwahrer schriftlicher Montanquellen zunächst nahezu alle Archivsparten in Deutschland in Betracht. Mit Blick auf den Bergbau sind hier je nach Zuständigkeit und Trägerschaft insbesondere staatliche Archive, Stadt- und Kommunalar- chive, Kirchenarchive sowie Wirtschaftsarchive zu nennen. Von entscheidender Bedeutung ist, dass die preußischen Bergwerke bis zum Erlass des Allgemeinen Preußischen Berggesetzes von 1865 unter staatlicher Direktion standen. Wenngleich dabei die einzelnen Gewerken oder Gewerkenfamilien zwar das Eigentum an den Bergwerken besaßen, so oblag die Füh- rung des Bergwerksbetriebes in nahezu allen technischen, wirtschaftlichen und sozialen Fra- gen jedoch der Bergbehörde. Als Konsequenz dieser spezifischen Verfassungs- und Eigen- tumsverhältnisse des Bergbaus handelt es sich bei der schriftlichen Überlieferung bis 1865 ganz überwiegend um staatliches Archivgut, das dementsprechend vorrangig in den jeweils zuständigen Staatsarchiven zu finden ist. Für den Ruhrbergbau sind dies für den rheinischen Teil das NRW-Hauptstaatsarchiv in Düsseldorf sowie für den westfälischen Teil das NRW- Staatsarchiv in Münster. Zur Identifikation einzelner Quellen aus diesem breiten Funktionsbereich der Bergbehörde liegen inzwischen verschiedene Bände eines allumfassenden, sachthematischen Quellenin- 241