DOI: 10.2195/lj_Proc_braun_de_201411_02
URN: urn:nbn:de:0009-14-40649
© 2014 Logistics Journal: Proceedings – ISSN 2192-9084 Seite 1
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Validierung intralogistischer Systemmodelle
anhand gemessener Kenngrößen
Validation of intralogistic system models by means of
measured system key performance indicators
Meike Braun*
Jochen Kramer**
Kai Furmans*
*Institut für Fördertechnik und Logistiksysteme (IFL); Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
**Forschungszentrum Informatik (FZI); Forschungsbereich Embedded Systems and Sensors Engineering (ESS)
ie konsequente Anwendung von einer Validie-
rungsmethoden ist eine wichtige Grundlage zur
Angabe der Genauigkeit von Simulationsmodellen. Im
nachfolgenden Beitrag wird eine Vorgehensweise zur
Validierung von Simulationsmodellen vorgestellt und
auf ein am Institut für Fördertechnik und Logistiksys-
teme (IFL) entwickeltes Modell zur Quantifizierung des
Energiebedarfs und der Spielzeit von Regalbediengerä-
ten angewandt und analysiert.
[Validierung von Simulationsmodellen, Quantifizierung Ener-
giebedarf, Regalbediengerät, statistische Versuchsplanung und
Analyse]
he consistent application of validation methods is
necessary for the evaluation of the accuracy of sim-
ulation models. In this article a method of validation will
be applied to the simulation model for quantification of
energy demand of AS/RS which are developed at Institut
für Fördertechnik und Logistiksysteme (IFL). After-
wards the results will be analyzed and evaluated.
[Validation of simulation models, quantification of the energy
demand, AS/RS, statistical plans of experiment and analysis]
1 EINLEITUNG
Die Simulation ist ein wichtiges Hilfsmittel bei der
Analyse komplexer Systeme. Vor allem bei Untersuchun-
gen von Materialflusssystemen wird sie bei fehlenden
analytischen Berechnungsverfahren oder unwirtschaftli-
chen Experimenten an realen Systemen angewandt. Nach
VDI Richtlinie 3633 wir die Simulation als ein „Nachbil-
den eines Systems mit seinen dynamischen Prozessen in
einem experimentierbaren Modell, um zu Erkenntnissen
zu gelangen, die auf die Wirklichkeit übertragbar sind“,
bezeichnet [VDI96]. Neben der Verifikation der Simulati-
onsmodelle, d.h. die Überprüfung der Implementierung
des Modells nach konzeptioneller Richtigkeit, muss eine
Validierung erfolgen, die einen Abgleich zwischen Reali-
tät und Modell im Hinblick auf die Untersuchungsziele
genau genug ermöglicht [Rab08]. Doch wie lässt sich auf
dem Gebiet der Fördertechnik herausfinden, was dem
„genau genug“ entspricht?
2 MOTIVATION FÜR DIE KONSEQUENTE ANWENDUNG
DER VALIDIERUNGSMETHODE
Neben der Verschärfung gesetzlicher Rahmenbedin-
gungen und dem Bestreben nach immer ökologischeren
und nachhaltigeren Zielen ist die Quantifizierung des
Energiebedarfs für viele Firmen unterschiedlichster Bran-
chen immer wichtiger. Damit Vorhersagemodelle nicht
nur auf technisch richtige Art und Weise den Energiebe-
darf berechnen, sondern auch „genau genug“ angeben, ist
es umso entscheidender in konsequenter Form eine Me-
thode zur Validierung anzuwenden.
Im Rahmen von Forschungsarbeiten am IFL wurde
nach der Erstellung der Simulationsmodelle zur Quantifi-
zierung des Energiebedarfs von verschiedenen Fördermit-
teln besonderer Wert auf die Validierung gelegt. Validie-
rung, die als „kontinuierliche Überprüfung, ob die
Modelle das Verhalten des abgebildeten System hinrei-
chend genau wiedergeben“ verstanden wird [Rab08], lässt
Interpretationsfreiraum, was unter „hinreichend genau“ zu
verstehen ist. Dabei können für verschiedene Themenge-
biete und Untersuchungsziele unterschiedliche Genauig-
keiten zulässig sein. [Rab08]
Bei der Validierung der Quantifizierungsmethoden
wie z.B. des Energiebedarfs von Regalbediengeräten unter
Nutzung gemessener Kenngrößen ist bisher noch keine
einheitliche Vorgehensweise verwendet worden. Zwar
werden viele der bestehenden Energiebedarfsmodelle,
z.B. der TU München [Gün11] oder der TU Dresden
[Sie13], als „validiert“ und „genau genug“ bezeichnet, je-
doch lassen sich keine Angaben zur statistischen Analyse
finden. Im Rahmen des Projektes „Optimierung der Ener-
gieeffizienz von Intralogistikressourcen am Beispiel des
Kettenförderers“ der Universität Stuttgart konnte ein ers-
ter Ansatz gefunden werden, in dem eine Varianz- und
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