slovenská archeológia – supplementum 2 Z. robak/m. ruttkay (eds.): celts – germans – slavs. A Tribute Anthology to Karol Pieta. Nitra 2021, 217–224. Doi: https://doi.org/10.31577/slovarch.2021.suppl.2.20 „Arme“ und „reiche“ Gräberfelder der WielbArk-kultur – einiGe beispiele MAgdAleNA MączyńsKA ‘poor’ and ‘rich’ burial Grounds of the Wielbark culture – a few examples. cemeteries atributed to the Wielbark culture – similarly to all other cemeteries – could be divided into those well- and poorly equipped. interestingly, however, while in some cemeteries there are at least a couple of lavishly equipped graves, in others – even located in the close neighbourhood – poorly equipped graves dominate. This phenomenon has been observed in several cases and is difcult to explain with the current state of research. It seems that the diferences in equipment at various cemeteries refect the social stratifcation and the fact that groups of various economic statuses cohabited in the near vicinity. Keywords: Poland, Roman Period, Wielbark culture, burial grounds, burial customs. als ich vor vielen J ahren, nach einigen grabungs- kampagnen auf dem gräberfeld in Babi dół-Borcz in pommern und von der armut der dortigen, oft auch beigaben losen Bestatungen etwas deprimiert, Ryszard Wołągiewicz, den Ausgräber u. a. einer anderen „armen” Nekropole – von grzybnica – fragte, welche ursachen hinter den arm und reich ausgestateten gräbern stehen können, habe ich die folgende Antwort erhalten: „es ist noch zu früh, darüber nachzudenken.“ diese Worte wurden den Anlass, diese kleine studie zu schreiben. Im ganzen barbarischen europa der römischen Kaiserzeit sind gräberfelder mit ärmerer und rei- cherer Ausstatung, aber auch einzelbestatungen der gesellschaftlichen eliten bekannt. Die studien zur sozialstruktur erfreuen sich einer umfangrei- chen literatur, von der nur die neueren und die römische Kaiserzeit betrefenden studien angeführt seien ( Becker 2005 ; von Carnap-Bornheim 2006 ; Gebühr 1976; Hedeager 1980; Kunst 1978; Nagy 2007 ; Quast 2009; Schuster 2010; Skóra 2015; Steuer 1982 ). Heute ist der Forschungsstand zu den Nekro- polen der Wielbark Kultur im Vergleich zu den 60-er und 70-er Jahren, als die nachkriegszeitli- chen ausgrabungen auf einigen gräberfeldern begonnen haben, unvergleichbar besser und wir können versuchen, Überlegungen zu folgendem Problem anzustellen: Worin liegt der grund, dass benachbarte, manchmal nur einige kilometer von- einander entfernte nekropolen mit etwa gleicher Belegungsdauer so verschieden ausgestatet sind? es gibt gräberfelder mit reichen bzw. sehr reichen Beigaben, während die benachbarten eine arme oder eine einfach durchschnitliche Ausstatung aufweisen. gleich jett müssen wir festhalten, dass an die- ser stelle statistischen Abrechnungen betrefs der Quantität reicher, durchschnitlich ausgestateter und armer gräber auf einem gräberfeld nicht ver- wenden werden können, da bisher nur zwei grä- berfelder mit Hügeln und steinkreisen vollständig bzw. fast vollständig ausgegraben worden sind: Babi dół-Borcz, Kr. Kartuzy, zur Publikation von mir und I. Jakubczyk bereits vorbereitet und Nowy Łowicz, Kr. drawsko Pomorskie, von A. cieśliński und A. Kasprzak bearbeitet (s. unten). Von den fachen Nekropolen sind Kowalewko, Kr. Obor- niki ( Skorupka 2001) und Niedanowo, Kr. Nidzica ( Ziemlińska-Odojowa 1999) vollständig untersucht worden. es folgen fast gänzlich ausgegrabene grä- berfelder, wie cecele, Kr. siemiatycze (Jaskanis 1996) und Nadkole, Kr. Węgrów ( Andrzejowski/Żórawska 2002 ). Die systematisch untersuchten nekropolen, wie z. B. lubowidz und Pruszcz gdański, Fpl. 10 (s. unten) wurden vor grabungsbeginn teilweise zerstört, während andere im heute bebauten Areal liegen (abb. 1). Als erstes Beispiel werden hier zwei Nekropolen an der Ostseeküste, czarnówko und lubowidz, Kr. lębork, angeführt, die 4 km voneinenander entfernt liegen. czarnówko, das bisher größte gräberfeld der Wielbark-Kultur, zählt mindestens 2400 Bestatungen ( Schuster 2014; 2018). neun da- von waren ausserordentlich reich ausgestatet und bargen silber-, Bronze- und glasgefässe, darunter solche Unikate wie einen Bronzekessel mit sue- bischen Köpfen, ein glasgefäss in Fischform und einen glasbecher mit schwanendarstellungen. es folgen goldene und silberne trachtbestandteile, die alle in die fortgeschritene stufe B 2 bzw. in die dieses Werk ist unter creative commons Atribution 4.0 International license lizenziert.