Minimally invasive adrenal surgery Summary. Nowadays, minimaly invasive operating tech- niques are an essential part of adrenal gland surgery. Meanwhile four different methods are being used: lapa- roscopically in the supine or lateral position or retro- peritoneoscopically as a prone or lateral method. Ideal indications for endoscopic adrenalectomy are adrenal hyperplasias and benign, hormonally active adrenal gland tumors up to 5 cm in diameter. In comparison to the conventional operating procedures, the endoscopic methods have the advantage of less blood loss and mini- mized postoperative pain as well as shortening of hospi- tal stay. Yet in contrast, the operating time of these pro- cedures is prolonged. To date, it is not evident whether laparoscopy or retroperitoneoscopy should be pre- ferred. Laparoscopy offers a familiar anatomical expo- sure but requires 5±6 trocars. For the retroperitoneo- scopic methods only 3 trocars are needed, but orienta- tion in the operating field is more difficult. All endo- scopic procedures on the adrenal gland are technically difficult. They require a extended experience in mini- mally invasive surgery as well as special knowledge in endocrine surgery. Key words: Minimally invasive surgery ± Adrenalecto- my ± Laparoscopy ± Retroperitoneoscopy ± Indica- tions ± Results. Zusammenfassung. Die minimal-invasiven Operations- techniken sind heute fester Bestandteil der Nebennie- renchirurgie. Inzwischen kommen vier verschiedene Methoden zur Anwendung: laparoskopisch von vorne und von der Seite sowie retroperitoneoskopisch von hinten und von der Seite. Indikationen zur endoskopi- schen Adrenalektomie sind vor allem benigne, hormon- aktive Nebennierentumoren bis zu 5 cm im Durchmes- ser und Hyperplasien. Im Vergleich zu den konventio- nellen Operationsverfahren bieten die endoskopischen Methoden Vorteile hinsichtlich einer Minderung des Blutverlustes und der postoperativen Schmerzhaftigkeit sowie einer Verkürzung der stationären Behandlungs- dauer. Demgegenüber ist die Eingriffsdauer der mini- mal-invasiven Verfahren verlängert. Nicht entschieden ist, ob bevorzugt laparoskopisch oder retroperitoneo- skopisch vorgegangen werden sollte. Erstere Zugänge bieten einen gewohnten operativen Situs, erfordern aber 3±6 Trokarzugänge. Die retroperitonealen Metho- den kommen in der Regel mit 3 Trokaren aus, dafür ist die Orientierung im Operationsgebiet schwieriger. Un- abhängig vom Verfahren gehören endoskopische Ein- griffe an der Nebenniere zu den technisch schwierigen Operationen, die neben den speziellen Kenntnissen der endokrinen Chirurgie auch groûe Übung in der mini- mal-invasiven Methodik erfordern. Schlüsselwörter: Minimal-invasive Chirurgie ± Adrenal- ektomie ± Laparoskopie ± Retroperitoneoskopie ± Indi- kationen ± Ergebnisse. Nur sechs Jahre nach der methodischen Erstbeschrei- bung [9, 17] gehören minimal-invasive, endoskopische Operationsmethoden zum festen Repertoire der Ne- bennierenchirurgie. Die Sicherheit und Praktikabilität dieser Verfahren konnte inzwischen in mehreren gro- ûen Studien eindrucksvoll belegt werden [5, 6, 11, 16, 36, 38, 39, 43, 44, 48]. Die Entwicklung der minimal-in- vasiven Nebennierenchirurgie wurde im wesentlichen durch zwei Faktoren begünstigt: einerseits bietet der ab- lative Charakter der adrenalen Chirurgie grundsätzlich ein ideales Arbeitsfeld für endoskopische Verfahren. Andererseits besteht oftmals eine erhebliche Diskre- panz zwischen der Gröûe des zu entfernenden Neben- nierengewebes und der dafür erforderlichen Bauch- wandincision, so daû hier minimal-invasive Methoden in besonderem Maûe eine Minderung der postoperati- ven Morbidität und Schmerzbelastung versprechen. Analog den Vorgehensweisen der konventionellen, offenen Nebennierenchirurgie sind inzwischen ver- schiedene endoskopische Operationsverfahren für die Entfernung der Nebennieren beschrieben worden. Chirurg (1998) 69: 613±620 Minimal-invasive Nebennierenchirurgie M. K. Walz Abteilung für Allgemeine Chirurgie (Direktor: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. C.E. Broelsch) des Zentrums für Chirurgie, Universitätsklinikum Essen Ó Springer-Verlag 1998