Zusammenfassung. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Opera- tionssaal umfassen einen weiten Bereich unterschiedlicher Belastungs- und Gefåhrdungsmomente. Wegen der Komplexitåt der Ablåufe und der akuten Situation des Patienten mçssen Pråventionsmaûnahmen spezifisch auf die individuellen Gegebenheiten im jeweiligen OP ange- passt sein. Dies kann nur unter aktiver Beteilung des Personals (Par- tizipation) gelingen. Hierbei bleiben die Schwierigkeiten zu çberwin- den, dass (a) sich einige Pråventionsansåtze den Akteuren nicht direkt erschlieûen und nur unter Beteiligung von Experten zu erarbeiten sind, (b) Arbeits- und Gesundheitsschutz insbesondere von årztlichem Per- sonal eine geringe Bedeutung beigemessen wird und (c) die verschiede- nen beteiligten Personengruppen zeitlich und inhaltlich nur schwer zu koordinieren sind. 10.1 Einfçhrung Arbeitsprozesse und Arbeitsbedingungen im Operationssaal weisen gegençber anderen Arbeitssystemen einige Besonderheiten in Bezug auf die Sicherheit der Mitarbeiter sowie hinsichtlich der Umsetzung von Arbeits- und Gesundheitsschutz auf 1 : Im Operationssaal, wie auch in anderen klinischen Bereichen gibt es grundsåtzlich zwei sicherheitsbedçrftige Personengruppen: den Patienten und die Mitarbeiter (anders als beispielsweise bei Produkti- onsarbeitsplåtzen). Maûnahmen zum Schutz der Mitarbeiter dçrfen 10 Arbeits- und Gesundheitsschutz im Operationssaal S. Zschernack ´ M. Gæbel ´ W. Friesdorf KAPITEL 10 1 Dies war Anlass fçr das Projekt SiGOS ± Sicherheit und Gesundheit im Ope- rationssaal, in dem von 2001 bis 2003 Pråventionskonzepte fçr den Operati- onssaal entwickelt und umgesetzt wurden. Das Projekt wurde von der Unfall- kasse Berlin gefærdert und in Kooperation mit der Universitåtsmedizin Berlin ± Campus Charit Mitte und Campus Benjamin Franklin ± und dem Vivantes Klinikum Prenzlauer Berg durchgefçhrt. Sofern nicht anders gekennzeichnet, beziehen sich die folgenden Aussagen auf die Erkenntnisse dieses Projektes.