23 © Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019 K. Berr und C. Jenal (Hrsg.), Landschaftskonflikte, RaumFragen: Stadt – Region – Landschaft, https://doi.org/10.1007/978-3-658-22325-0_2 Zusammenfassung Aus konstruktivistischer Perspektive sind Landschaften nicht einfach ‚gegeben‘, sie sind vielmehr das Ergebnis einer synthetischen Zusammenschau von materiel- len Objekten und deren symbolischer Aufladungen auf Grundlage gesellschaftlicher Konventionen. Diese Konventionen sind historisch entstanden, so reicht der deutsch- sprachige Landschaftsbegriff etwa bis ins Mittelalter zurück, während in anderen Teilen Europas die Entstehungsgeschichte mit der Renaissance einsetzt. Neben kons- truktivistischen Verständnissen von Landschaft dominieren die aktuelle wissenschaft- liche Debatte essenzialistische und positivistische Landschaftsverständnisse, die untereinander in Deutungskonkurrenz stehen. Schlüsselwörter Konstruktivismus · Positivismus · Essenzialismus · Landschaft · Theorie · Geschichte · Konflikt · Naturschutz 1 Einleitung In den vergangenen Jahren hat das Thema Landschaft durch intensive und teilweise rasch vollzogene Veränderungen physischer Räume eine erneute Aktualität erfahren. Diese Aktualisierung des Themas erfolgte nicht allein in öffentlicher Diskussion und Politik, sondern auch in der Wissenschaft. Dabei rückt nicht nur eine ökologische Landschaftsverständnisse in ihrer historischen Gebundenheit – zwischen Gegenständlichkeit, Essenz und Konstruktion Olaf Kühne O. Kühne () Universität Tübingen, Tübingen, Deutschland E-Mail: olaf.kuehne@uni-tuebingen.de