Landbewirtschaftung steuert Nitratausträge: eine Modellstudie Viele Wasserkörper sind mit Nitrat belastet. Die konventionelle Landwirtschaft gilt als eine der Hauptverursacher für Stickstofeinträge in Gewässer. Alternative Landbewirtschaftungsmethoden haben das Potenzial, die Belastung mit Stickstof zu reduzieren. In der vorliegenden Studie wird für das Warnow-Einzugsgebiet in Nordostdeutschland und seine wichtigsten Teileinzugsgebiete mit Hilfe eines ökohydrologischen Modells gezeigt, wie durch Extensivierung oder die Umstellung auf ökologischen Landbau die Gewässergüte deutlich verbessert werden kann. Andreas Bauwe und Bernd Lennartz 1 Hintergrund Ein Überangebot an Pflanzennährstoffen, insbesondere von Stickstof (N) und Phosphor, kann zur Belastung und Eutrophie- rung von Oberfächengewässern führen. Zahlreiche Studien belegen, dass die difusen Stofeinträge aus der Landwirtschaf die Hauptquelle für Nährstofe in die Grund- und Oberfächen- wasserkörper einschließlich der Küstengewässer sind. Die WRRL fordert von den Mitgliedsstaaten der EU einen guten öko- logischen Zustand von Wasserkörpern bis zum Jahr 2027. Um dieses Ziel zu erreichen, muss Deutschland weitere Anstrengun- gen unternehmen. Erst kürzlich (21.6.2018) verurteilte der Euro- päische Gerichtshof in der Rechtssache C-543/16 die Bundesre- publik Deutschland dafür, zu wenig gegen die Nitratbelastung in den Gewässern unternommen zu haben. Dies belegen unter anderem die Daten des Nitratberichts von 2016 [1], wonach der zulässige Grenzwert von 50 mg/l für Nitrat an 28 % aller Grund- wassermessstellen überschritten wird. © Bauwe FORSCHUNG | BODEN 14 4 | 2019 www.springerprofessional.de/wawi