Lehmann Y et al. Gesundheitsökonomische deskriptive Analyse der … Gesundheitswesen
Originalarbeit Thieme
Lehmann Yvonne et al. Gesundheitsökonomische deskriptive Analyse der … Gesundheitswesen 2018; 00: 00–00
Gesundheitsökonomische deskriptive Analyse der häuslichen
Intensivversorgung beatmeter Patienten
Descriptive Analysis of Health Economics of Intensive Home Care
of Ventilated Patients
Autoren
Yvonne Lehmann
1
*, Julia Ostermann
2
*, Thomas Reinhold
2
, Michael Ewers
1
Institute
1 Institut für Gesundheits- und Pfegewissenschaft,
Charité-Universitätsmedizin Berlin, Berlin
2 Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und
Gesundheitsökonomie, Charité-Universitätsmedizin
Berlin, Berlin
Schlüsselwörter
beatmete Patienten, häusliche Versorgung,
Intensivkrankenpfege, Kostenanalyse, deskriptiv
Key words
ventilated patients, home care, intensive nursing care,
cost analysis, descriptive
Bibliografe
DOI https://doi.org/10.1055/a-0592-6861
Online-Publikation: 2018
Gesundheitswesen
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York
ISSN 0941-3790
Korrespondenzadresse
Yvonne Lehmann
Institut für Gesundheits- und Pfegewissenschaft
Charité-Universitätsmedizin Berlin
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
yvonne.lehmann@charite.de
ZusaMMEnfassung
Einleitung Langzeitbeatmete Patienten werden hierzulande
überwiegend häuslich intensivpfegerisch versorgt. Über Art
und Umfang der Ressourcennutzung für die Versorgung dieser
kleinen, heterogenen, jedoch insgesamt wachsenden Patienten-
gruppe und die damit verbundenen Kosten ist wenig bekannt.
Methodik Im Rahmen einer Teilstudie des Versorgungsfor-
schungsprojekts SHAPE wurde eine deskriptive Kostenanalyse
aus gesellschaftlicher Perspektive für 29 Patienten durchge-
führt. Erfasst und analysiert wurden direkte und indirekte Kos-
ten für die häusliche Intensivversorgung retrospektiv über 3
Monate. Grundlage bildeten standardisiert schriftlich erfasste
Selbstauskünfte von Patienten und Angehörigen sowie Infor-
mationen aus der Befragung von Pfegedienstmitarbeitern und
aus Pfegedokumentationen.
Ergebnisse Die mittleren Gesamtkosten für die häusliche In-
tensivversorgung, einschließlich ggf. von Krankenhausaufent-
halten, über 3 Monate betrugen pro Patient 61 194 € (95 % KI
53 884–68 504). Der Großteil der Kosten stand in unmittelba-
rem Zusammenhang mit ambulanten medizinischen und pfe-
gerischen Leistungen, die auf Grundlage von SGB V und SGB XI
gewährt wurden. Den größten Einzelposten bildeten Leistun-
gen der häuslichen Krankenpfege gem. § 37(2) SGB V (65 %).
Ein Anteil von etwa 13 % an den Gesamtkosten entfel auf indi-
rekte Kosten.
Schlussfolgerungen Die häusliche Intensivversorgung beat-
meter Patienten ist ressourcen- und kostenintensiv, erfährt
aber noch selten Aufmerksamkeit – auch in gesundheitsöko-
nomischer Hinsicht. Im Interesse einer wirksamen und wirt-
schaftlichen Gestaltung und Steuerung der Langzeitversorgung
dieser speziellen Nutzergruppe werden weitere valide Informa-
tionen und Transparenz über die Kostenstrukturen benötigt.
absTRacT
Introduction Long-term ventilated patients in Germany re-
ceive intensive care mainly in the patients' home or in assisted-
living facilities. There is a lack of knowledge about the nature
and extent of resource use and costs associated with care of
this small, heterogeneous but overall growing patient group.
Methods A sub-study in the context of a research project SHA-
PE analyzed costs of 29 patients descriptively from a social
perspective. Direct and indirect costs of intensive home care
over a period of three months were recorded and analyzed re-
trospectively. Standardized recorded written self-reports from
patients and relatives as well as information from the intervie-
wing of nursing staf and from nursing documentation were
the basis for this analysis.
Results There was an average total cost of intensive home care
for three months per patient of 61194 € (95 % CI 53 884–
68 504) including hospital stays. The main costs were directly
* Diese beiden Autoren haben zu gleichen Teilen zu der Arbeit beige-
tragen und teilen sich die Erstautorenschaft.
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