Bioabbaubarkeit von 2-Ethylhexylacetat, Methylisobutylketon und Methylethylketon in Biotricklingfiltern Thomas Gerl, Karl-Heinrich Engesser* und Daniel Dobslaw DOI: 10.1002/cite.201400067 Die Bioabbaubarkeit eines mit 2-Ethylhexylacetat, Methylisobutylketon und Methylethylketon kontaminierten Abluft- stromes in Biotricklingfiltern wurde hinsichtlich des Einflusses von Na ¨hrstoffangebot und Packungsmaterial untersucht. Als Tra ¨germaterialien wurden PU-Wu ¨rfel, Hiflow-Ringe sowie Wurzelholzriss verglichen. Dabei erwiesen sich die PU-Wu ¨rfel als das beste Tra ¨germaterial und die Hiflow-Ringe lieferten den stabilsten Betrieb. Eine quasikontinuierliche Na ¨hrstoffzugabe erho ¨hte und stabilisierte den Wirkungsgrad bei allen drei Reaktoren. Es trat keine gegenseitige Hemmung im Abbau der Komponenten auf. Schlagwo ¨rter: Biologische Abluftreinigung, Biotricklingfilter, 2-Ethylhexylacetat, Flu ¨chtige organische Verbindungen, Methylisobutylketon, Methylethylketon Eingegangen: 02. Mai 2014; revidiert: 24. November 2014; akzeptiert: 08. April 2015 Biodegradation of 2-Ethyl Hexyl Acetate, Methyl Isobutyl Ketone and Methyl Ethyl Ketone in Biotricklingfilters The impact of nutrient supply and package material on the biodegradability of a waste air contaminated with a mixture of 2-ethyl hexyl acetate, methyl isobutyl ketone and methyl ethyl ketone in biotrickling filters was analyzed. As package material PU foam cubes, Hiflow rings and woodchips were used. The data showed that PU-cubes gave the best results in degradation, while the Hiflow rings showed the most stable usage. The discontinuous supply of nutrients helped to impro- ve and stabilize efficiency in all three systems. Inhibitory effects based on the degradation of these components were not observed. Keywords: Biological waste air treatment, Biotricklingfilter, 2-Ethylhexyl acetate, Methyl isobutyl ketone, Methyl ethyl ketone, Volatile organic compounds 1 Problemstellung und Zielsetzung Zylinderkopfdichtungen stellen eine Schlu ¨sselkomponente im Betrieb von Kraftfahrzeugmotoren dar, sind aber auf- grund ihres Einsatzgebietes starken thermischen und mechanischen Belastungen ausgesetzt. Wa ¨hrend der Herstellung genannter Metalllagendichtun- gen werden zuna ¨chst die zu beschichtenden Fla ¨chen mit Aceton oder Butanon (MEK) vorbehandelt und anschlie- ßend mit einer lo ¨semittelhaltigen Elastomermasse beschich- tet. U ¨ blicherweise werden hierbei leichtsiedende Ester und Ketone eingesetzt. Die erforderliche Viskosita ¨t der Be- schichtungsmasse wird u ¨ber den Lo ¨semittelanteil sowie das Verha ¨ltnis von Ketonen zu Estern eingestellt. Verwendet werden z.B. Ethylacetat, Ethoxyethylacetat, Ethylhexylacetat (EHA), Diisobutylketon oder Methylisobutylketon (MIBK). Der biologische Abbau von 2-Ethylhexylacetat als Abluft- schadstoff wurde bis dato in keiner Publikation themati- siert. Die hier dargestellte Studie stellt somit die erste Arbeit zum Abbau von EHA als flu ¨chtige organische Verbindun- gen (volatile organic compounds, VOC) in Abluftstro ¨men dar. Im untersuchten Fall mit einem Abluftstrom von 20 000 m 3 h –1 und einer Konzentration an Gesamt-C von 160 – 180 mg C m –3 handelte es sich um Emissionen aus der Chem. Ing. Tech. 2015, 87, No. 7, 931–939 ª 2015 WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim www.cit-journal.com Thomas Gerl, Prof. Dr. Karl-Heinrich Engesser (karl-h.engesser@ iswa.uni-stuttgart.de), Dr.-Ing Daniel Dobslaw, Universita ¨t Stutt- gart, Institut fu ¨r Siedlungswasserbau, Wassergu ¨te- und Abfall- wirtschaft, Abteilung Biologische Abluftreinigung, Im Bandta ¨le 2, 70569 Stuttgart, Deutschland. Forschungsarbeit 931 Chemie Ingenieur Technik