Kontext-Middleware zur Verwaltung dynamischer und unvollkommener Kontextinformationen Andreas Schmidt FZI – Forschungszentrum Informatik Haid-und-Neu-Straße 10-14 76131 Karlsruhe, GERMANY Andreas.Schmidt@fzi.de Abstract. Gerade in mobilen Anwendungsszenarien steht man vor dem Dilemma der Anfrageformulierung in Informationssystemen: entweder präzise und hoch selektive Anfragen oder eine einfache, unkomplizierte Anfrageformulierung. Einen Ausweg aus diesem Dilemma bieten kontextsensitive Dienste, die implizite Zusatzannahmen und Eigenschaften der Umgebung des Benutzers einzubringen versuchen. Das Kernproblem sind dabei allerdings die Dynamik und die Unvolkommenheiten bei der Ermittlung der relevanten Kontextinformationen. Um die Entwicklung kontextsensitiver Anwendungen zu verbessern, wird eine Kontextverwaltungs-Middleware vorgeschlagen, die die auf ontologiebasierten Technologien aufbaut. 1 Einleitung Angesichts der ständig wachsenden Menge an verfügbaren Informationen und mobilen Geräten zum allgegenwärtigen Informationszugriff hat sich der Schwerpunkt im Bereich Informationssysteme dahingehend verlagert, dass man nicht mehr so sehr nach der Effizienz der Technik, sondern verstärkt nach der Effizienz der Nutzung von Informationssystemen durch den Benutzer fragt. Dies schließt sowohl die Vereinfachung des Anfrageformulierungsprozesses an sich, als auch die Verbesserung der Relevanz der Ergebnisse mit ein. Grundsätzlich hat man stets die Wahl: entweder Präzision (oder Selektivität) der Anfrage oder einfache Anfrageformulierung. Diese Grundalternative ist besonders bedeutsam im Bereich der mobilen Geräte, deren Beschränkungen die Anfrageformulierung ohnehin beschwerlich machen. Der vielversprechendste Ansatz, diesem Dilemma zu entgehen, ist die Einbeziehung von Informationen über den Benutzer und seine aktuelle Situation (also seinen Kontext [1]); dies ist die grundlegende Vorgehensweise bei kontextsensitiven und situationsabhängigen Systemen. Neben dem Zusammenhang, wie der Kontext das Informationsbedürfnis des Benutzers beeinflusst, ist das Hauptproblem in diesen Systemen die Ermittlung von Kontext- informationen. Im Normalfall können nur indirekte Methoden zum Einsatz kommen, und es müssen mehrere unterschiedliche Quellen berücksichtigt werden. Ein Teil der Informationen kann aus den Benutzerinteraktionen mit speziellen Anwendungen abgeleitetet werden; andere Teile kann aus Daten gewonnen werden, die in anderen System gespeichert werden (wie z.B. in Unternehmensumgebungen aus Personaldaten, Workflow-Management-Systemen oder Adressverwaltungen und Kalendern), wiederum