Musikpsychologie Bd. 19, 154-160, © Hogref Verlag, Göttingen 2007 Spot EMuJoy - Software zur kontinuierlichen Erfassung emotionaler Selbstauskunft in Reaktion auf multimodale Stimuli Frederik Nagel, Reinhard Kopiez, Oliver Grewe und Eckart Altenmüller Musik ist in der Lage, beim Hörer starke Emotionen auszulösen. Dies ist si cher einer der Gründe, warum Musik eine so große Bedeutung für uns hat. Nach Angaben des Deutschen Musikrats sind knapp sieben Millionen Men schen aktiv in der Deutschen Musikkultur, 4,88 Million Menschen spielen ein Instrument oder singen in einem Chor (Deutscher Musikrat, 2003/2004). Die besonders starken Emotionen, die durch Musik ausgelöst werden kön nen, werden in der Literatur als „Strang Experiences with Music (SEM)" (Gabrielsson & Lindström, 1994) bezeichnet. Dazu gehören die Gänsehaut, der Schauer über den Rücken, ein Kloß im Hals und Ahnliches. Als Bezeich nung für den Schauer bzw. die Gänsehaut ist in der englischsprachigen Li teratur die Bezeichnung „Thrill" (Goldstein, 1980) oder „Chill" (Panksepp, 1995) gebräuchlich. Schon seit dem ausgehenden 19 . Jahrhundert werden Emotionen im Zusam menhang mit Musik wissenschaflich untersucht. Kate Hevner war eine der ersten Forscherinnen auf diesem Gebiet. Sie unterteilte Musikstücke in kür zere Abschnitte. Nachdem Versuchspersonen diese gehört hatten, gaben sie auf verschiedenen Adjektivskalen an, wie die Musik auf sie gewirkt hatte (Hevner, 1936). Die verwendeten Skalenbezeichnungen basierten dabei auf der kategorialen Klassifkation von Emotionen (z. B . Wundt, 1911) . Ein weit verbreitetes Modell dimensionaler Klassifkation ist das „Cir cumplex Model of Afect" (Russell, 1980). Basierend auf Ähnlichkeitsbezie hungen von afektiven Adektiven konnte Russel zeigen, dass sich eine Viel zahl von Emotionen auf Basis der zwei Dimensionen „Valenz" und „Arousal" darstellen lassen. In manchen Studien wird als dritte Dimension die „Domi nanz" als Maß für die Vereinahmung durch den Stimulus verwendet (Russell & Mehrabian, 1977). Da durch die Kombination von zwei oder drei Dimensio nen Emotionen beschrieben werden, spricht man von einem „Emotionsraum".