Einführung
Pulsatile kardiale Assist-Systeme werden in einigen herz-
chirurgischen Zentren routiniert klinisch therapeutisch ein-
gesetzt, wenn die Behandlung der akuten oder chronischen
Herzinsuffizienz durch Medikamente, sowie durch weni-
ger invasive mechanische Kreislaufunterstützungssysteme
(z.B. IABP, Hemopump
TM
) ausgereizt ist. Zum Zeitpunkt
der Ventrikel-Assist-Device (VAD)-Implantation sind die
Patienten meist in einem grenzwertigen Kreislaufzustand
und zeigen fast immer Funktionseinschränkungen eines
oder mehrerer Organe. Es hat sich gezeigt, daß die Wie-
derherstellung einer ausreichenden Zirkulation durch kar-
Intensivmed 37: 69 – 77 (2000)
© Steinkopff Verlag 2000 TECHNIK UND METHODEN
Pulsatile kardiale Assist-Systeme –
„künstliche Herzen“
F. O. Große
A. Bauer
C. Ullmann
K. Krämer
N. Doll
T. Walther
F. W. Mohr
yet last forever. Post-cardiosurgical
implantation of an assist device is the
only option in some patients. The
good results are rewarding the high
technical and personal efforts if no
major-complications, such as throm-
boembolism, bleedings or infections,
occur. Postoperative treatment of
these patients requires special training
of all those involved.
Key words Ventricular assist devices –
mechanical circulatory support –
low-cardiac output syndrome –
bridging to transplant
Zusammenfassung Die terminale
Herzinsuffizienz kann nach Aus-
schöpfung medikamentöser Therapie
oft nur mit mechanischer Kreislauf-
unterstützung beherrscht werden.
Besonders die Therapieergebnisse
des rechtzeitigen elektiven Einsatzes
von pulsatilen kardialen Assist-Sy-
stemen als Überbrückung zur Herz-
transplantation unterstreichen den
Erfolg der Behandlungsmethode.
Durch die Aufrechterhaltung bzw.
die Wiederherstellung einer ausrei-
chenden Zirkulation mittels mecha-
nischer Kreislaufunterstützung
kommt es bei vielen Patienten auch
zur Erhaltung oder Wiederherstel-
lung einer ausreichenden Organfunk-
tion. Bei Patienten der NYHA-
Klasse IV mit Kontraindikation ge-
gen eine Herztransplantation bietet
sich die Implantation eines Langzeit-
systems als allerdings bisher noch
zeitlich limitierte Alternative zur
Transplantation. Eine postkardioto-
miebedingte Kreislaufunterstützung
bietet bei ansonsten infauster Pro-
gnose vielen Patienten die einzige
Möglichkeit des Überlebens. Wenn
Hauptkomplikationen wie Thromb-
embolie, Blutung und Infektion nicht
auftreten, lohnen gute Ergebnisse
den hohen personellen und techni-
schen Aufwand. Das postoperative
intensivmedizinische und pflegeri-
sche Management erfordert eine spe-
zielle Ausbildung der Mitarbeiter ei-
ner Intensivstation.
Schlüsselwörter Pulsatile Ventri-
kel-Assist-Systeme (VAD) –
Mechanische Kreislaufunterstützung
– Low cardiac output-Syndrom –
Überbrückung zur Transplantation
Pulsatile cardiac assist-systems –
“the artificial heart”
Summary Despite medical therapy,
chronic heart failure can often only be
treated using a mechanical assist
system. The results, when using such
devices electively, underline that it is
an effective therapy. In many patients,
“dependent” organs, such as liver or
kidneys etc., can regain their usual
function soon after adequate circula-
tory function is reestablished by the
mechanical assist system. In patients
with NYHA class IV heart failure and
contraindications for heart transplan-
tation, implantation of a long-lasting
system is an alternative approach,
even though available systems do not
IM 092
Eingegangen: 25. Juni 1999
Akzeptiert: 1. Oktober 1999
F. O. Große () · A. Bauer
C. Ullmann · K. Krämer · N. Doll
T. Walther · F. W. Mohr
Herzzentrum Leipzig – Universitätsklinik
Universität Leipzig
Klinik für Herzchirurgie
Direktor: Prof. Dr. med F. W. Mohr
Russenstr. 19, D-04289 Leipzig