5 Ergebnisse zur Akzeptanz des mehrsprachigen Vorlesens Robert Hilbe, Sabine Kutzelmann, Ute Massler und Klaus Peter Im Vergleich zu den im vorausgehenden Kapitel dargestellten formativen Ergebnissen, die der schrittweisen Optimierung der einzelne Designkomponenten dienten, wird nun eine holistische Sicht auf das voll entwickelte Unterrichtsdesign Mehrsprachiges Vor- lesen durch die Lehrperson (MeVoL) und seine Potenziale angestrebt. Gemäß Nieveen/ Folmer (2013: 155) entspricht dies der summativen Evaluationsphase als Abschluss ei- ner Design-Based-Research-Studie. Eine solche summative Überprüfung ist erst dann sinnvoll, wenn die Intervention soweit ausgereift ist, dass eine potenzielle Effektivität gegeben ist. Dafür muss das entwickelte Design überzeugend sein, d.h. relevant für die Problemstellung, logisch konzipiert und praktisch umsetzbar. Die Ausführungen in den vorausgehenden Abschnitten haben gezeigt, dass diese Bedingungen durch die wie- derholte Erprobung in den Projektklassen, die Evaluation und die mehrfache zyklische Überarbeitung des Unterrichtsdesigns weitgehend erfüllt sind. Unser Forschungsinter- esse in der Phase des Projektabschlusses galt daher der Akzeptanz des mehrsprachigen Unterrichtsdesigns MeVoL durch Lehrpersonen und Schüler/innen, da darin notwendi- ge Voraussetzungen für gelingende Lernprozesse und die weitere Nutzung von MeVoL nach Projektende gesehen werden (vgl. 2.2). Die folgenden Ergebnisse stellen die Ak- zeptanz aus der Perspektive der Schüler/innen und der Lehrpersonen dar: Wie nehmen die Schüler/innen MeVoL im Vergleich zu ihrem bisherigen Fremdsprachenunterricht wahr? Wie schätzen die Lehrpersonen den Nutzen, den Aufwand und die Rahmenbe- dingungen für den Einsatz von MeVoL ein? Zur Beantwortung dieser und weiterer Fra- gen werden Daten aus den Feedbackbogen von Lehrpersonen und Schüler/innen aus Zyklus 7 verwendet. Sie werden mit qualitativen Statements aus den Interviews illus- triert, die nach Zyklus 6 durchgeführt wurden. Die Darstellung der Ergebnisse stützt sich auf die theoretischen Überlegungen zur Akzeptanz in Abschnitt 2.2, der interes- sierten Leser/innen zur vorgängigen Lektüre empfohlen wird. Der erste Teil dieses Kapitels widmet sich der Akzeptanz von MeVoL aus Schüler- sicht (5.1). Es wird ausgeführt, wie gut MeVoL den Schüler/innen gefallen hat, was die Gründe dafür sind und wie sie die Nützlichkeit der einzelnen Design-Komponenten einschätzen. MeVoL wird aus Schülersicht mit dem bisherigen Unterricht und anderen (Vor-)Leseformen verglichen. Schließlich werden Differenzen in der Akzeptanz bei den Lernenden in Abhängigkeit von der verwendeten Fremdsprache (Englisch vs. Franzö- sisch) dargestellt. Im zweiten Teil werden die Ergebnisse zur Akzeptanz aus Lehrer- sicht präsentiert (5.2). Sie geben Antwort auf die Frage, wie nützlich die Lehrpersonen MeVoL einschätzen, welcher Aufwand für sie mit der Verwendung von MeVoL verbun-