Bibliothek 22.1998. Nr. 2 Gadd - Copyright in the Digital Library 229 tionsgehaltes einigermaßen begründbar. Nicht einzuse- hen ist der Verzicht auf die Aufsätze aus Kongreßbän- den, thematischen Aufsatzbänden und - als Ersatz für eine volle retrospektive Sacherschließung - Gesammel- ten Aufsatzbänden einzelner Autoren. Die Dokumenta- tion grauer Literatur, etwa von Gemeindebriefen einzel- ner Kirchengemeinden, oder von Predigthilfen, Sonn- tags- und Missionsblättern kann getrost den regionalen Landeskirchenamts- und Diözesanbibliotheken überlas- sen werden. Gewichtiger ist das Fehlen der vollen Sa- cherschließungselemente in der zudem sicherlich nicht zügig genug betriebenen retrospektiven Katalogisie- rung, d.h. Retrokonversion der Daten der gedruckten ZID-Hefte in die Datenbank. Auch sollte die Jahresgren- ze 1975 als Beginn des Projektes „ZI D" für die retrospek- tive Erschließung nicht das letzte Wort sein, weil in der Theologie gerade auch ältere Literatur von Interesse ist. Ein Problem für ausländische Bezieher des ZI D ist die Beschränkung der deutsch-englischen Bilingualität auf die Hilfetexte und das Handbuch, während die Schlag- worte und verbalen Klassenbenennungen weiterhin nur in deutscher Sprache begegnen. Zwar ist Deutsch ne- ben Latein für die Theologie eine prägende Sprache geworden und hat sich das Englische anders als in den Naturwissenschaften nicht als verbindliche Wissen- schaftssprache durchsetzen können, aber doch würde der Internationalität der Datenbank durch einen minde- stens zweisprachigen Schlagwortfundus entsprochen werden können. Manche Benutzer klagen über das Fehlen ausgeführter Summarien, in denen sicherlich noch besser als in den Schlagworten Thematik und Anliegen eines Aufsatzes expliziert werden könnte. Im Unterschied zu naturwis- senschaftlichen Aufsätzen ist die These eines theologi- schen Beitrages, die in einem Abstract genannt werden sollte, oft erst nach eingehender Lektüre großer Teile des Aufsatzes möglich und ist nur an zumal in den unterschiedlichsten Sprachen vorgebrachten Argumen- tationsnuancen erkennbar. Vorhandene Abstracts müß- ten in eine Einheitssprache, auf die man sich erst noch einigen müßte, übersetzt werden. Die Grenzen, die bisher die Realisierung dieser und ähnlicher Forderungen und Ziele verhindern, liegen we- niger im technischen als im finanziellen Bereich, d.h. in der mangelnden personellen Ausstattung. Erst wenn sich mit der Einsicht, daß sich durch eine Bündelung der Kräfte Qualitätssteigerungen der Arbeit erreichen und Mehrfacharbeiten vermeiden lassen, der Wille, in mas- siver Weise ein erfolgsversprechendes Projekt wie die ZID-Datenbank zu unterstützen, verbindet - und dies betrifft Staat und Kirche gleichermaßen -, besteht die Hoffnung, daß die genannten Postulate keine Wunsch- träume bleiben. Anschrift des Autors: Dr. Christian Herrmann Bibliotheksschule Frankfurt a.M. Ohmstr. 48 D-60486 Frankfurt a.M. Elizabeth Gadd Copyright in the Digital Library Practical experiences This paper examines the effect of Copyright on the digital library by drawing heavily on the experiences of Project ACORN (Access to Course Readings via Networks) in establishing their Electronic "Short-Loan" Collection at Loughborough University. Firstly l will outline the aims of Project ACORN. Secondly, l will look at the Legal Context in the UK, and see how Copyright applies in an electronic environment Then l will look at some of the implications of electronic Copyright on the digital library, namely; Clearing electronic Copyright (the difficulties of identifying and approaching rights holders); the cost of electronic Copyright in terms of fees and chasing costs; and methods of protecting electronic Copyright materials. Finally l will examine some Mure scenarios affecting Copyright in the digital age. Copyright in der Digitalen Bibliothek Der Artikel untersucht die Wirkung des Copyright auf die digitale Bibliothek, indem die Erfahrungen des ACORN-Pro- jektes (Access to Course Readings via Networks) beim Einrichten ihrer "Short-Loan" der Sammlung an der Loughbo- rough University in Anspruch genommen wurden. Zuerst werde ich die Ziele des ACORN-Projektes umreißen. Danach werde ich einen Blick auf den rechtlichen Zusammenhang im Vereinigten Königreich werfen und zeigen, wie Copyright in einer elektronischen Umwelt angewandt wird. Dann werde ich einen Blick auf einige der Auswirkungen des elektronischen Copyright auf die digitale Bibliothek werfen, nämlich die Schwierigkeiten, die Rechtsinhaber zu identifizieren und an sie heranzutreten, auf die Kosten für elektronisches Copyright im Zeitalter von Gebühren und jagenden Kosten sowie auf die Methoden das Material des elektronischen Copyright zu schützen. Zum Schluß werde ich einige Zukunftsszenarien untersuchen, die Copyright im digitalen Zeitalter beeinflussen. Unauthenticated Download Date | 3/23/20 9:06 PM