tm Ű Technisches Messen 2022; 89(S1): S20ŰS24 Felix Binder* und Tino Hausotte Über die Abgrenzung von AuĆösungskonzepten in der industriellen ComputertomograĄe About the distinction of resolution concepts in industrial computed tomography DOI 10.1515/teme-2022-0065 Zusammenfassung: Unter dem Begrif der AuĆösung wird für gewöhnlich das kleinste messbare Merkmal eines Mess- systems verstanden. In der dimensionellen Computerto- mograĄe hingegen haben sich in den vergangenen Jahren mehrere AuĆösungskonzepte etabliert, die aufgrund der fehlenden Normung zueinander im Kontrast stehen. In diesem Beitrag werden die drei häuĄgsten Konzepte, die Voxelgröße, die OrtsauĆösung und die metrologische Struk- turauĆösung in Kürze vorgestellt. Anschließend wird eine Abgrenzung zwischen den Konzepten getrofen und ein Integration der bestehenden Konzepte in ein gemeinsames Amplituden-Wellenlängen Diagramm diskutiert. Schlüsselwörter: ComputertomograĄe, OrtsauĆösung, Metrologische StrukturauĆösung Abstract: Resolution is usually deĄned as the smallest measureable feature of a measurement system. However, in dimensional computed tomography several resolution concepts have been developed in recent years. Those con- cepts compete against each other, due to a lack of stan- dardization. In this work the three most common concepts are presented, which are the voxel size, the spatial resolu- tion and the metrological structural resolution. Besides, a distinction of those concepts will be provided. Finally, the integration of those concepts in a common amplitude- wavelength diagramm is discussed. Keywords: computed tomography, spatial resolution, metrological structural resolution *Korrespondenzautor: Felix Binder, Lehrstuhl für Fertigungsmesstechnik, Friedrich-Alexander Universität, Nägelsbachstraße 25, 91058 Erlangen, E-Mail: felix.binder@fmt.fau.de Tino Hausotte, Lehrstuhl für Fertigungsmesstechnik, Friedrich- Alexander Universität, Nägelsbachstraße 25, 91058 Erlangen, E-Mail: tino.hausotte@fmt.fau.de 1 Einleitung Die dimensionelle ComputertomograĄe (kurz: CT) Ąndet als zerstörungsfreie Messmethode immer häuĄger Anwen- dung bei industriellen Prüf- und Messaufgaben. Mit ein Grund dafür ist die fortschreitende Weiterentwicklung der technischen Leistungsfähigkeit der Hauptkomponen- ten (Röntgenquelle, Manipulator und Detektor), sowie softwarebasierte Ansätze zur Reduktion von Bildarte- fakten (bspw. Metallartefaktkorrekturen). Unter dem Sammelbegrif der technischen Leistungsfähigkeit kann beispielsweise eine Erhöhung der Strahlungsleistung bei gleichbleibender BrennĆeckgröße, eine Reduktion der Pixelbreiten eines Detektors oder eine geometrische Kor- rektur von Taumelbewegungen des Manipulators während der Projektionsaufnahme verstanden werden. In der Messtechnik ist es üblich, die Leistungsfähigkeit eines Messgerätes im Kontext einer Messaufgabe über dessen AuĆösungsvermögen zu charakterisieren. Nach DIN 1319-1 ist der AuĆösungsbegrif in der Messtechnik allgemein deĄniert als: ”Angabe zur quantitativen Erfassung des Merkmals ei- nes Me[ss]gerätes, zwischen nahe beieinanderliegenden Me[ss]werten [. . . ] eindeutig zu unterscheiden.” [1] Essentieller Bestandteil dieser DeĄnition ist die Erfas- sung eines geeigneten Merkmals des betrachteten Messge- rätes. In der ComputertomograĄe haben sich dazu verschie- dene Merkmale etabliert, die in Abschnitt 2 näher erläutert werden. Bislang ist es notwendig, ein AuĆösungskonzept passend zur gestellten Messaufgabe zu wählen. So stellt sich im Rahmen des Sonderforschungsprojektes TRR285 [3] die Frage, wie der Abstand zwischen zwei metallischen GrenzĆächen beim Fügeprozess von Clinchverbindungen mittels ComputertomograĄe erfasst werden kann? Eta- blierte Verfahren zur Gütebestimmung des Fügeprozesses, wie die Schlifbildanalyse, garantieren keinen vollständi- gen Einblick in die Grenzstrukturen der Fügestelle und können durch die notwendige mechanische Beanspruchung