reviewed paper REAL CORP 008 Proceedings / Tagungsband Vienna, May 19-21 2008 www.corp.at ISBN: 978-39502139-4-2 (CD-ROM); ISBN: 978-39502139-5-9 (Print) Editors: Manfred SCHRENK, Vasily V. POPOVICH, Dirk ENGELKE, Pietro ELISEI 275 Google Earth, GPS, Geotagging und neue Möglichkeiten für die Stadtplanung - Ein emotionales Kiezportrait Stefan HÖFFKEN, Georgios PAPASTEFANOU, Peter ZEILE (Dipl.-Ing. Stefan HÖFFKEN, Lehmbruckstr. 15, HH, 10245 Berlin, Tel: 030-56970687, s.hoeffken@urbanophil.net, www.urbanophil.net) (Dr. Georgios PAPASTEFANOU, gesis-zuma Centre for Survey Research and Methodology, P.O. Box 122155, D-68072, Tel: +49 621 1246 278, georgios.papastefanou@gesis.org, www.gesis.org/zuma,) (Dipl.-Ing. Peter ZEILE,Technische Universität Kaiserslautern, Lehr- und Forschungsgebiet für Computergestützte Planungs- und Entwurfsmethoden in Architektur und Raum- und Umweltplanung (CPE), Pfaffenbergstraße 95, D-67663 Kaiserslautern, peter@zeile.net, home: http://cpe.arubi.uni-kl.de) 1 ABSTRACT Google Earth wird im Bereich der Stadtplanung zunehmend als (Hilfs-)Werkzeug für klassische Arbeitsbereiche genutzt. Durch die Kombination mit anderen Programmen und Technologien bieten sich nun Möglichkeiten für die Disziplin, um neue Bereiche und Methoden zu erschließen. In Kombination mit GPS werden unter dem Begriff des Geotagging z.B. Bilder und andere Informationen mit ihren Koordinaten versehen und können damit ortsbezogen in Google Earth eingebunden und verlinkt werden. Insbesondere durch Mashups werden Informationen zunehmend verortet. Daten werden damit nicht nur in ihren inhaltlichen, sondern auch räumlichen Kontext gesetzt. Gerade für eine raumbezogene Disziplin bietet sich hier enormes Potential, denn Raumwissen kann zunehmend einfacher in den Raum gebracht werden. Neben diesen „statischen“ Daten können zunehmend auch Bewegungen aufgezeichnet und dargestellt werden. Durch das Tracken von Bewegungen (z.B. von Taxen, Personen, etc.) werden ortsbezogene Daten um die zeitliche Dimension ergänzt. Dies ermöglicht z.B. die Visualisierung von Bewegungsmustern. Auch hier dient Google Earth als guter Viewer, denn neben der grafischen und georeferenzierten Darstellung bietet es die Möglichkeit der Animation (Zeitleistenfunktion). Mit diesen technischen Entwicklungen können Städte anders kartografiert und somit anders analysiert und verstanden werden. Denn gegenüber klassischen Karten, sind hiermit „dynamische“ Karten möglich. Dabei werden allerdings „harte Informationen“ (Fakten) kartografiert. „Weiche Informationen“, wie emotionale Reaktionen oder affektive Befindlichkeiten, die insgesamt zum Wohl- und Unwohlbefinden am jeweiligen Ort beitragen, werden hierbei nicht erfasst. Diese Lücke will das Projekt „Ein emotionales Kiezportrait“ schließen. Explorativ wird in unterschiedlichen Projekten untersucht, wie Menschen einen Stadtraum emotional erfahren. 2 EINLEITUNG Google Earth wird im Bereich der Stadtplanung zunehmend als (Hilfs-)Werkzeug für klassische Arbeitsbereiche genutzt. Durch die Kombination mit anderen Programmen und Technologien bieten sich nun Möglichkeiten für die Disziplin, um neue Bereiche und Methoden zu erschließen. Stadtplanung und Stadtentwicklung sind politische und gesellschaftsorientierte Handlungsfelder, in denen Analyse-, Planungs-, Bewertungs- und Entscheidungsprozesse und das Ergebnis einer Planung öffentliches Interesse hervorrufen [Luser&Lorber1997]. Vielen Bürgern sind planungstheoretische Abläufe, das Fachvokabular und die Abstraktion der Situation von der dritten Dimension in die planare zweite Dimension schwer verständlich und wenig transparent [Besser & Schildwächter 2000]. Der wesentliche Vorteil eines dreidimensionalen Modells ist, sei es physisch real oder auch virtuell, dass die „Modellsprache“ und damit auch der Inhalt gut verständlich gemacht werden kann [Streich, Weisgerber 1996]. Kartendienste haben den Stadtplan (zumindest am Arbeitsplatz) längst abgelöst. Und wie die Adresssuche, ist das Luftbild aus dem Internet zur Selbstverständlichkeit geworden. Damit steht ein neues Werkzeug zur Verfügung, das in der Stadtplanung und angrenzenden Disziplinen vielfach Anwendung findet. Nach einigen Praxisbeispielen, welche diese Entwicklungen und die vielfältigen Möglichkeiten aufzeigen, wird das Projekt „Ein emotionales Kiezportrait“ vorgestellt, welches nach neuen Wegen sucht, um subjektive Eindrücke der Bewohner einer Stadt zu erfassen und zu kartografieren.