atzyxwvutsrponmlkjihgfedcbaZWVTSRPONMLKJIHGFEDBA - Automatisierungstechnik 40 (1992) 8 © R. Oldenbourg Verlag
Nichtlineare Reglersynthese mit Polvorgabe und deren
Anwendung auf Industrieroboter
Non-linear controller synthesis with pole assignement and their use to industrial robots
Mikulás Huba, Milan Plechlo and Pavol Bisták. Bratislava
Doz. Dr.-Ing. Mikulás Huba ist Dozent am Lehr-
stuhl für Automatisierungs- und Regelungstechnik
der Fakultät Elektrotechnik an der Slowakischen
Technischen Universität Bratislava. Hauptarbeitsfel-
der: Zeitoptimale, adaptive und nichtlineare Steue-
rungen.
Adresse: Slowakische Technische Universität. Fakul-
tät Elektrotechnik, Ilkovicova 3, 812 19 Bratislava,
CSFR, Tel. (06427) 351771.
Dipl.-Ing. Milan Plechlo ist wissenschaftlicher Assi-
stent am Lehrstuhl für elektrische Maschinen und
Antriebe der Fakultät Elektrotechnik an der Slowa-
kischen Technischen Universität Bratislava. Haupt-
arbeitsfelder: Simulation, Regelalgorithmen für Ro-
boter.
Adresse: siehe oben, Tel. (06427) 351537.
Dipl.-Ing. Pavol Bisták ist wissenschaftlicher Assis-
tent im Wissenschaftsbereich Automatisierungstech-
nik der Fakultät Elektrotechnik an der Slowakischen
Technischen Universität. Hauptarbeitsfelder: Zeitop-
timale und nichtlineare Regelungsalgorithmen.
I J T 15" Adresse: siehe oben, Tel. (06427) 351695.
Der Beitrag befaßt sich mit der Synthese nichtlinearer
Mehrgrößensysteme mit der Besonderheit, die Entkopp-
lung des Systems zugleich mit der Veränderung der Dyna-
mik in geeigneter Weise zu verbinden (Polverschiebung des
entkoppelten Systems). Die vorgeschlagene Methode führt
zu einer Verallgemeinerung des klassischen Linearisie-
rungsverfahrens. Sie basiert auf der wahlweisen Verwen-
dung von zwei Typen linearer Modelle und eines sogenann-
ten ,,flexiblen" Arbeitspunktes. Das Syntheseverfahren
enthält zwei aus der Literatur bekannte Methoden als
Grenzfälle.
For non-linear multi variable systems a synthesis problem is
considered which involves both the non-linear system
decoupling and the specification of the over-all system
dynamics by a pole assignement. The presented method
represents a generalization of the classical linearization
procedure. It is based on the conception of two types oj
linear models and on the idea of a "flexible" operating point
and includes the non-linearity compensation methoa
well-known from the literature as a limit case.
1 Einleitung
Im Zuge des wachsenden Einsatzes von Industrierobo-
tern (IR) für anspruchsvolle Montage- und Bearbeitungs-
aufgaben stellen sich erhöhte Anforderungen an die
Arbeitsgeschwindigkeit, Positions- und Bahngenauig-
keit.
Vom regelungstechnischen Standpunkt aus betrachtet,
sind IR Mehrgrößensysteme, deren Dynamik durch
nichtlineare zeitvariable Differentialgleichungen dei
Form
x(t) = a(x, t) + B(je, t) u(t),
y(t) = c(x,t) + D(x,t)u(t) (1)
beschreibbar ist. Für diese Klasse nichtlinearer Systeme
wurden schon Anfang der 80er Jahre zwei Synthesever-
fahren [1] und [2] vorgestellt, die einen systematischen
Reglerentwurf ermöglichen. Beide Verfahren beruhen auf
der Kompensation der vorhandenen Nichtlinearitäten.
Ein solcher Entwurf vermeidet den Nachteil klassischer
linearer Regelgesetze, daß sich die Regelgüte umso mehr
verschlechtert, je größer die Abweichung vom gewählten
Arbeitspunkt ist. In diesem Beitrag wird die Frage der
Linearisierung neu diskutiert, und es wird gezeigt, daß die
in [1] und [2] dargelegten Methoden nur spezielle Fälle
eines neu eingeführten Linearisierungsverfahrens sind.
Die Grundidee besteht darin, daß man unter einer
Linearisierung bereits die Approximation einer nichtli-
nearen Abhängigkeit durch ein Polynom 0-ten Grades
verstehen kann. Im weiteren werden zwei Arten linearer
Modelle betrachtet [3]: das eben genannte LMO-Modell
sowie das traditionelle LM1-Modell, das eine Approxi-
mation der Nichtlinearität mit Polynomen ersten Grades
verwendet.
Eine weitere Besonderheit des verallgemeinerten Lineari-
sierungsverfahrens ist die Verwendung des sogenannter^
„flexiblen" Arbeitspunkts. Wie anhand des betrachteten
Beispiels eines IR mit zwei Freiheitsgraden gezeigt wer-
den soll, wird die Leistungsfähigkeit beider Modelle mit
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