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Sonderband 1 (2011)
Friederike Fless – St efan Esders
Plenartagungsbericht der Forschergruppe B-I-2
Fuzzy Borders
Mitglieder:
Stefan Esders (Geschichte der Spätantike und des Frühen Mittelalters, Freie Universität Berlin)
Friederike Fless (Klassische Archäologie, Freie Universität Berlin)
Jörg Gerber (Geschichte der Spätantike und des Frühen Mittelalters, Freie Universität Berlin)
Silke Müth (Klassische Archäologie, Freie Universität Berlin; DFG-Netzwerk »Fokus Fortifikation«)
Katja Moede (Klassische Archäologie, Freie Universität Berlin)
Stephan Ridder (Geschichte der Spätantike und des Frühen Mittelalters, Freie Universität Berlin)
Peter Schneider (Deutsches Archäologisches Institut, Architekturreferat; DFG-Netzwerk
»Fokus Fortifikation«)
Zusammenfassung: Die Forschergruppe »Fuzzy Borders« untersucht die unterschiedlichen Qualitäten
antiker Grenzen und Begrenzungen sowie die in der räumlichen Gestaltung der Grenzen wirksam werden-
den Wissensbestände. Der Fokus liegt dabei primär auf dem Phänomen von Grenzräumen bzw. nicht klar
definierten, unscharfen Grenzziehungen, die jedoch erst vor dem Hintergrund konkreter Begrenzungs-
formen sichtbar und beschreibbar werden. Die Forschergruppe setzt sich daher aus zwei Projektgruppen
zusammen, von denen sich die eine mit den Formationen und linearen Definitionen von Grenzen, z. B. in
Form von Stadtmauern, und die andere mit deren Auflösung und mit Grenzräumen auseinandersetzt.
Der Gruppe assoziiert ist durch Silke Müth und Peter Schneider das DFG-Nachwuchsnetzwerk »Fokus
Fortifikation«, das sich mit Stadtmauern und Befestigungen im östlichen Mittelmeerraum beschäftigt.
Eingebunden in die Research Area B (»Mechanisms of Control and Social Spaces«) soll das Projekt eine
Grundlage für das Verständnis der Organisation gesellschaftlicher Gruppen oder von Staaten über ihre
äußere Grenze liefern. Letztlich interessiert uns auch, wann man auf eine Definition über äußere Grenzen
verzichtet und Staaten z. B. von Zentren aus organisiert werden, wobei der ›Rand‹ des Territoriums un-
definiert bleibt. Aufbauend auf archäologischem Befund und schriftlicher Quellenüberlieferung werden
dabei ebenso grenzüberschreitende soziale Beziehungen untersucht, deren Bedeutung für den Wissens-
transfer derzeit die Diskussion innerhalb der Forschergruppe bestimmt.
Projekte:
Projektbereich Fuzzy Borders
»Grenzraum und Ethnos in Spätantike und Frühmittelalter« (Stefan Esders)
»Die Grenze des spätrömischen Syrien« (Jörg Gerber)
»Die Römische Präsenz außerhalb des Imperium Romanum – Alma Kermen« (Friederike Fless;
Grabungsprojekt in Kooperation mit der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften, Zweig Simferopol,
Dr. Jurij Zaytsev)
»Die Grenzorganisation im östlichen Frankenreich und ihre spätantiken Grundlagen« (Stephan Ridder;
Dissertationsprojekt)
Projektbereich Grenzen und Begrenzungen
»Formen der Begrenzung und Markierung von Raum« (Katja Moede)
»Symbolische und repräsentative Funktionen antiker Befestigungen« (Silke Müth)
»Die Stadtmauern der römischen Grenzstadt Zeugma am Euphrat« (Friederike Fless, Silke Müth;
Grabungsprojekt in Kooperation mit der Universität Ankara, Dr. Kutalmis Görkay)
DFG-Netzwerkantrag »Fokus Fortifikation« (Silke Müth, Peter Schneider)
Schlagworte: Grenzen •
Grenzräume • Grenzmarkie-
rungen • Grenzinschriften
• Stadtmauern • Befesti-
gungen • Randvölker
Friederike Fless – Gerd Graßhoff – Michael Meyer (Hgg.) | Berichte der Forschergruppen auf der Topoi-
Plenartagung 2010 | © 2011 eTopoi. Journal for Ancient Studies (ISSN 2192-2608) http:/ / j ournal.topoi.org