44 ATZ Automobiltechnische Zeitschrift 103 (2001) 1 Entwicklung Antriebsstrang 1 Einleitung Forschungstätigkeiten auf dem Gebiet des Kfz-Antriebsstrangs erfordern eine Vielzahl von Untersuchungen, insbesondere die in- tegrierende Betrachtung von Gesamtsys- tem, Teilsystemen, Bauteilen und Elemen- ten. Ziel des Instituts für Maschinenkons- truktionslehre und Kraftfahrzeugbau ist es, mittels moderner Entwicklungsmethodik Antriebsstrang-Engineering im geschlosse- nen Prozess zu betreiben. Ausgelöst durch die Anforderungen der Kunden, stets sicherer, ökonomischer und komfortabler mit dem Kraftfahrzeug am Straßenverkehr teilzunehmen, wird das System des Kraftfahrzeugs immer komple- xer und die Interaktion der verschiedenen Funktionsbereiche nimmt permanent zu. Die Kundenwünsche und die Wettbe- werbslage am Markt erfordern ständig neue und schnellere Entwicklungen. Dabei kommt einer ganzheitlichen Betrachtung des Entwicklungsprozesses eine wichtige Dem Institut für Maschinenkonstruktionslehre und Kraftfahrzeugbau der Universität Karlsruhe ist es gelungen, eine ganzheitliche Unter- suchungsumgebung für Kfz-Antriebsstränge aufzubauen. Dies wird im vorliegenden Beitrag am Beispiel des Kupplungsrupfens demonstriert. Hierzu wurden Untersuchungen am Antriebsbaugruppenprüfstand, im Fahrzeug und in der Simulationsumgebung durchgeführt. Prüfen von Antriebssträngen am Beispiel des Kupplungsrupfens – Ganzheitliche Antriebsstrang- entwicklung Rolle zu. Die ganzheitliche Entwicklungs- umgebung umfasst reale Fahrsituationen im Straßenverkehr, Versuche sowie die Si- mulation. Nur durch diese Verknüpfung lässt sich der Entwicklungsprozess effizient gestalten bei gleichzeitiger Senkung der Kosten und erhöhter Kundenakzeptanz. Die realen Fahrsituationen sind durch indi- viduelle Fahrer und stochastische Umwelt- einflüsse gekennzeichnet. Sie bestimmen das Fahrgefühl des Kunden, prägen also die Kaufentscheidung. Die Versuche umfassen Standardversuche im Kfz, Komfortbeurtei- lung am Akustikrollenprüfstand, Fahrer- klassierung am Komfortmesszentrum so- wie die Prüfstandsuntersuchungen am An- triebsstrang, seinen Komponenten, Einzel- teilen bis hin zu physikalischen Effekten. All diese Schritte werden durchgehend von geeigneten Simulationsmethoden beglei- tet, um einen möglichst optimalen Ent- wicklungsprozess zu erreichen, Bild 1. In diesem Beitrag soll ein Ausschnitt der ganzheitlichen Entwicklungsumgebung des Instituts für Maschinenkonstruktions- lehre und Kraftfahrzeugbau am Beispiel des Kupplungsrupfens im Kfz-Antriebsstrang vorgestellt werden. Die experimentellen Untersuchungen wurden auf dem Antriebs- baugruppen-Prüfstand und im Versuchs- fahrzeug des Instituts durchgeführt. 2 Der Antriebsbaugruppen- Prüfstand Für die mechanischen Aufbauten am An- triebsbaugruppen-Prüfstand (ABP), Bild 2, steht eine große Aufspannplatte zur Verfü- o.Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Albert Albers ist Ordinari- us des Instituts für Maschi- nenkonstruktionslehre und Kraftfahrzeugbau der Uni- versität Karlsruhe (TH). Dipl.-Ing. Arne Krüger ist Leiter der Gruppe Antriebs- technik des Instituts für Ma- schinenkonstruktionslehre und Kraftfahrzeugbau der Universität Karlsruhe (TH). Dipl.-Ing. Marc Albrecht ist Mitarbeiter der Gruppe Antriebstech- nik des Instituts für Ma- schinenkonstruktionslehre und Kraftfahrzeugbau der Universität Karlsruhe(TH). Dipl.-Ing. Ralph Lux war Leiter der Gruppe An- triebstechnik des Instituts für Maschinenkonstrukti- onslehre und Kraftfahr- zeugbau der Universität Karlsruhe (TH). Die Verfasser Bild 1: Ansatz ganzheitlicher Antriebsstrangentwicklung Figure 1: Method of integrated drive train engineering