This work has been digitalized and published in 2013 by Verlag Zeitschrift für Naturforschung in cooperation with the Max Planck Society for the Advancement of Science under a Creative Commons Attribution 4.0 International License. Dieses Werk wurde im Jahr 2013 vom Verlag Zeitschrift für Naturforschung in Zusammenarbeit mit der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. digitalisiert und unter folgender Lizenz veröffentlicht: Creative Commons Namensnennung 4.0 Lizenz. Die absolute Konfiguration der Juglomycine The Absolute Configuration of the Juglomycins Johann Krupa und Helmut Lackner* Institut für Organische Chemie der Universität, Tammannstraße 2, D-3400 Göttingen Peter G. Jones**, Karen Schmidt-Bäse und George M. Sheldrick Institut für Anorganische Chemie der Universität, Tammannstraße 4. D-3400 Göttingen Z. Naturforsch. 44b, 345 —352 (1989); eingegangen am 15. August 1988 Antibiotics, Juglomycins, Absolute Configuration, NMR Data, Derivatives The absolute configurations of the known juglomycins A (1) and B (2) have been elucidated by single crystal X-ray structure analysis of 1 and its 6,8-dibromo derivative (lb ). The structure of 2 has been corrected; it differs from 1 in its configuration at C-4', and not at C-3' as previously assumed. Relationships with the closely related isochromanquinone antibiotics are discussed. Bei der Isolierung bakteriostatisch aktiver Wirk stoffe aus Kulturen der Streptomycetenstämme 2800 [1] und 3094 (Sammlung des Institutes für Organi sche Chemie) erhielten wir eine Reihe von verschie denen Hydroxychinon-Antibiotica. Zwei davon er wiesen sich als Juglomycin A (1) und B (2), deren Eigenschaften und Strukturen bereits 1971 von Tanaka et al. [2] beschrieben worden waren. Eine Synthese gelang Giles et al. 1981 [3], wobei aller dings direkte Vergleiche mit den nativen Verbindun gen und die Frage der absoluten Konfiguration offen blieben. Für uns waren diese gegen Gram-positive und Gram-negative Keime breitbandig wirksamen, je doch ziemlich toxischen [LD3o: 25 mg/kg (Maus)] Juglomycine aus mehreren Gründen von Interesse. So enthielt die Kulturlösung von Stamm 3094 weitere unbekannte Juglomycin-Varianten [4], mindestens zwei neue, glycosidierte, auch cytostatisch sehr aktive Isochromanchinon-Wirkstoffe sowie einen Anthra- chinon- und einen höhermolekularen chinoiden Farb stoff [4], Hinzu kam die Isolierung eines bislang un bekannten Juglomycin-Precursors [5], Zwischen al len Verbindungen mußten biogenetische Zusam menhänge bestehen, so daß als Basis für umfassen dere Arbeiten zur Aufklärung der Strukturen und Struktur/Wirkungs-Beziehungen präzise Daten von 1 und 2 (es fehlten z.B. alle 13 C-NMR-Daten) unver zichtbar wurden. Bei deren Ermittlung ergab sich * Sonderdruckanforderungen an Prof. Dr. H. Lackner. ** Neue Anschrift: Institut für Anorganische und Analyti sche Chemie der Technischen Universität, Hagenring 30, D-3300 Braunschweig. Verlag der Zeitschrift für Naturforschung. D-7400 Tübingen 0932- 0776/89/0300 - 0345/$ 01.00/0 weiterhin, daß die Struktur von Juglomycin B korri giert werden mußte. - Da man 1 und 2 als einfachste Vertreter in die umfangreiche, vielfältige Struktur varianten [6 ] enthaltende Gruppe der Isochroman- chinon-Antibiotica einordnen kann (vgl. 5), erhielt die Bestimmung der absoluten Konfiguration zusätz liche Bedeutung. 1: Juglomycin A 2: Juglomycin B (korrigierte Struktur) a: OAc statt 5- und 3'-OH a: OAc statt 5- und 3'-OH b:Br statt H an C-6, C-8 b: Br statt H an C-6, C-8 c: OAc statt 3'-OH Ergebnisse und Diskussion Die Gewinnung von 1 und 2 erfolgte durch Fer mentation des Stammes 3094 in M2-Nährmedium bei 28 °C. Das aus 20 1 Kulturlösung erhaltene Roh produkt (3,5 g) wurde an einer Kieselgelsäule vorge trennt und ergab nach schichtchromatographischer Feinreinigung der schnellaufenden Fraktion 4 die beiden kristallisierten Juglomycine A (440 mg, RF = 0.29) und B (130 mg, RF = 0,36). 1. Charakterisierung Juglomycin A (1), gelbe Nadeln mit Schmp. 171 °C (Zers.) und [a]o = —71,4° (c = 0,1, Metha nol), stimmte in den bereits bekannten Daten (s. auch Exp. Teil) mit den früher isolierten und syn-