Tagungsbeitrag zu: Jahrestagung der DBG, Kommission I Titel der Tagung: Horizonte des Bodens Veranstalter: DBG Termin und Ort der Tagung: 2.-7. Sep- tember, Göttingen Berichte der DBG (nicht begutachtete on- line Publikation) http://www.dbges.de Einfluss von Baumarten auf Treibhaus- gasumsätze in verformten Waldböden Hannes Warlo 1 , Felix Hugo 1 , Moritz Kra- mer 1 , Friederike Lang 1 , Helmer Schack- Kirchner 1 Einleitung Um flächige Schäden durch die Befahrung von Waldböden zu vermeiden, besteht in Deutschland das Rückegassenkonzept. Dieses sieht vor, dass alle Fahrbewegun- gen abseits von Waldstraßen und Maschi- nenwegen auf Rückegassen konzentriert werden, um den Bestand vor Befahrungs- schäden zu schützen. Trotz dieser Boden- schutzmaßnahme geht man davon aus, dass bei einer angenommenen Rückegas- senbreite von vier Metern und Abständen zwischen den Gassen von 20-40 Metern, bodenphysikalische Veränderungen auf 10-20 % der deutschen Waldfläche stattfin- den. Die aus bodenökologischer Sicht gra- vierendsten Veränderungen sind eine Ab- nahme des Porenvolumens durch die Ver- dichtung von Grob- und Mittelporen sowie ein Verlust der Porenkontinuität. Die daraus resultierende verringerte Bodenbelüftung führt zu einer Hemmung der biotischen Strukturbildung, insbesondere durch ein eingeschränktes Wurzelwachstum. Zudem bewirkt die Sauerstoffarmut eine Verände- rung der Quellen- und Senkenfunktion des Bodens für die klimarelevanten Spurengase Methan (CH 4 ) und Lachgas (N 2 O). So ist zu erwarten, dass bei abnehmender Sauer- stoffverfügbarkeit die Methanoxidationsrate abnimmt. Unter zunehmend anaeroben Be- dingungen kommt es zu einer netto CH 4 - Produktion. Auch die Freisetzung von N 2 O, 1 Professur für Bodenökologie, Albert-Ludwigs- Universität Freiburg, 79085 Freiburg hannes.warlo@bodenkunde.uni-freiburg.de dem Zwischenprodukt der unter anoxischen Bedingungen verstärkt ablaufenden Denitri- fizierung, wird durch die verringerte Boden- belüftung gefördert. Ziel dieser Arbeit war es, den Einfluss der Baumarten Buche, Fichte und Schwarzerle auf die Flüsse von CO 2 , CH 4 und N 2 O in verformten Waldböden zu quantifizieren. Schwarzerle wurde aufgrund ihres potenti- ellen positiven Einflusses auf die Regenera- tion der Bodenstruktur (Meyer et al. 2014) miteinbezogen. Dieser beruht auf der Fä- higkeit von Erlenwurzeln, aufgrund ihres Aerenchyms auch in anaerobe Bodenberei- che vordringen zu können. Durch die Sym- biose von Erlenwurzeln mit stickstofffixie- renden Actinomyceten kann es außerdem zu einer erhöhten N 2 O-Freisetzung kom- men, da mehr Ausgangssubstrat für die Prozesse der Nitrifizierung und Denitrifizie- rung zur Verfügung steht. Material und Methoden Auf einer ehemaligen Sturmwurffläche im Landkreis Ravensburg wurden drei Reinbe- stände von Buche, Fichte und Schwarzerle in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander ausgemacht. In jedem Bestand wurden ehemalige Fahrspuren identifiziert, die nach der letzten Befahrung im Jahr 2000 mit den jeweiligen Baumarten bepflanzt wurden. Entlang von fünf Quertransekten pro Fahr- spur wurden drei Straten definiert: (1) Be- stand (ungestörte Kontrolle), (2) Fahrgleis (Bereich des direkten Kontakts zwischen Maschine und Boden) und (3) Mittelwulst (Bereich zwischen den beiden Fahrgleisen). In den verschiedenen Straten wurden Messkragen installiert, die über eine Dauer von einem Jahr vor Ort verblieben (Abbil- dung 1). Abbildung 1: Schematische Darstellung eines Fahrspurprofils mit Einteilung in Straten und zugehörigen Messkammern. Innerhalb dieses Jahres fanden zwischen Juni 2016 und Juni 2017 insgesamt 17 brought to you by CORE View metadata, citation and similar papers at core.ac.uk provided by DBGPrints Repository