Lienau, Theresa, und Lies van Roessel. 2022. «Eltern in die frühkindliche Medienerziehung einbeziehen – aber wie? Ein Überblick über He- rausforderungen und förderliche Faktoren». MedienPädagogik 46, (Parents - Educators - Literacy) 1–23. https://doi.org/10.21240/ mpaed/46/2022.01.12.X. ISSN 1424-3636 www.medienpaed.com Pädagogik Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung Medien Themenheft Nr. 46: Eltern – Pädagog*innen – Medienkompetenzen. Eltern und Pädagog*innen zwischen Aneignung und Vermittlung von Medienkompetenz. Herausgegeben von Thorsten Naab, Alexandra Langmeyer, Ruth Wendt und Jessica Kühn This work is licensed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ Eltern in die frühkindliche Medienerziehung einbeziehen – aber wie? Ein Überblick über Herausforderungen und förderliche Faktoren Theresa Lienau 1 und Lies van Roessel 2 1 Stiftung Digitale Chancen 2 Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Zusammenfassung Wer in frühpädagogischen Einrichtungen die Qualität der Medienerziehung verbessern möchte, sollte auch die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten der betreuten Kinder einbe- ziehen – das ist inzwischen eine weithin anerkannte Ansicht. Bislang gibt es jedoch kaum zusammengeführte Erkenntnisse darüber, wie der medienerzieherische Dialog zwischen Kita und Familie gestaltet und ausformuliert sein sollte. Um sich dieser Frage zu nähern, wurde eine Literaturanalyse durchgeführt und durch Interviews mit Expertinnen und Experten aus der Praxis ergänzt. Im Mittelpunkt stehen die grossen Unterschiede in den medienbezogenen Haltungen und Praktiken der Eltern, die im Sinne eines gelingenden Dialogs zwischen Kita und Familie berücksichtigt werden sollten. Daneben werden sowohl die Herausforderungen als auch die förderlichen Faktoren für eine Bildungs- und Erzie- hungspartnerschaft dargestellt, vor allem mit Blick auf die Besonderheiten des medie- nerzieherischen Dialogs. Kritische oder skeptische Haltungen auf Seiten der Eltern oder auch der pädagogischen Fachkräfte können dazu führen, dass die kindliche Mediennut- zung zum Reizthema in der ohnehin herausfordernden Kommunikation zwischen Kita und Familie wird. Die Erkenntnisse aus den Interviews zeigen, dass sich in der Praxis zur «Ent- schärfung» eher informelle und interaktive Austauschformate bewährt haben. Solche For- mate können dabei helfen, den Sorgen und Ängsten der Eltern zu begegnen, den Dialog zu fördern und das Verständnis der Kita von Medienerziehung besser zu vermitteln. Die Ergebnisse bedürfen jedoch einer stärkeren Ausdifferenzierung, insbesondere dahinge- hend, wie auch schwer erreichbare Eltern für das Thema sensibilisiert werden können und wie Eltern in der häuslichen Medienerziehung unterstützt werden können.