O. Randerath 1 · D. König 2 · M. Saalmann 3 · B. Jansen 4 · G. Pulverer 1 1 Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität zu Köln 2 Klinik und Poliklinik für Orthopädie der Universität zu Köln 3 Praktischer Arzt, Köln 4 Abteilung für Hygiene und Umweltmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität,Mainz Aktuelle Empfehlungen zur Pneumokokken-Impfung der Konstitution des Infizierten ab. Die Letalität der Lobärpneumonie liegt bei 6–7%, die der Meningitis bei bis zu 40%. Pneumokokken-Infektionen tre- ten gehäuft in den Wintermonaten auf. Die Mehrzahl der Erkrankten sind un- ter 2 oder über 50 Jahren alt. Als beson- ders gefährdet gelten Patienten nach Splenektomie, Sichelzellanämie, chro- nischen Organerkrankungen, hereditä- ren Immundefekten und jeder Form der Immunsuppression. Resistenzentwicklung gegenüber Chemotherapeutika In früheren Jahren waren Pneumokok- ken hochsensibel gegenüber Penicillin G. 1977 wurden erstmals multiresistente Stämme in Südafrika beschrieben. Da- bei wurden Resistenzen gegen Penicillin G, Cephalosporine, Lincomycin, Clinda- Erkrankungen durch Pneumokokkeninfektion Störungen lokaler Schutzmechanismen machen die Lunge einer Keimbesied- lung zugänglich. Erfolgt nach hiliärer Ausbreitung von Pneumokokken in die Lymphknoten keine Elimination der Erreger, können sie über den Ductus thoracicus in die Blutbahn gelangen. In etwa 20–30% der Pneumokkenpneu- monien kann eine Bakteriämie nachge- wiesen werden. Sie reflektiert die Unfä- higkeit des Organismus, die pulmonale Infektion zu lokalisieren und wird als prognostisch ungünstig beurteilt, da es in der Folge zur Metastasierung in nahezu jedes Organsystem kommen kann. Die direkte Streuung kann zu Empyem oder Perikarditis führen; über eine hämatogene Streuung kommt es z.B. zu Meningitis, Peritonitis oder En- dokarditis (Tabelle 1). Die Letalität der Pneumokokkenin- fektion hängt im Wesentlichen von der Art der Erkrankung, dem Alter sowie Der Internist 7·99 | 809 Medizin aktuell Internist 1999 · 40:809–810 © Springer-Verlag 1999 Bei den ambulant erworbenen Pneumo- nien steht Streptococcus pneumoniae als Erreger an erster Stelle. Gerade bei Patienten mit verminderter Immunant- wort werden invasive Pneumokokkenin- fektionen als risikoreich eingestuft und sind mit einer hohen Mortalität verge- sellschaftet. Der seit längerem kommer- ziell verfügbare 23-valente Polysaccha- rid-Impfstoff vermittelt bei Kindern ab dem zweiten Lebensjahr und Erwachse- nen eine gute Immunantwort zur Ab- wehr von Pneumokokkeninfektionen. Dies hat dazu geführt, daß die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung für Risikogruppen in ihre aktuellen offi- ziellen Empfehlungen vom März 1998 aufgenommen hat. Dr. O. Randerath Stüttekofener Straße 53, D-51375 Leverkusen& / f n - b l o c k : & b d y : Tabelle 1 Durch Pneumokokken hervorgerufene Erkrankungen Typische Pneumokokkenerkrankungen: Lobärpneumonie Ulcus serpens corneae Peritonitis bei Mädchen Häufig, jedoch nicht Pneumokokken-spezifisch: Bronchitis Meningitis Otitis media Sinusitis Seltene Pneumokokkenerkrankungen: Appendizitis, Arthritis, Bronchopneumonie, Cholezystitis, Konjunktivitis, Parotitis, Zystitis, Endokarditis, Perikarditis, fibrinöse Enteritis, Empyem, Phlegmone, Sepsis, Epididymitis, Orchitis, Prostatitis, Pyosalpinx und Vaginitis Redaktion U.K.Lindner, Heidelberg