politische ökologie 135 *Suffizienz 39 Mehr als nur weniger Individuelle Verantwortung für Nachhaltigkeit Wie groß muss mein Scherflein sein? Sich für eine bessere Klimaschutzpolitik zu engagieren – dazu ist der Mensch aus moralphilosophischer Sicht verpflichtet. Schwieriger ist jedoch die Frage zu klären, in welchem Maß der einzelne seine privaten Emissionen zu verringern hat. Schließlich wohnt nicht jeder in Radentfernung von seiner Arbeitsstelle. Viele der heutigen Umweltprobleme entstehen durch die Übernutzung natürlicher Systeme. Um die Umweltprobleme zu lösen, bedarf es daher Institutio- nen, welche deren Nutzung einschränken. In der Regel werden dabei vor allem Ef- fizienz- und Konsistenzstrategien, weniger Suffizienzstrategien verfolgt. Existieren Institutionen, die das gesellschaftliche Miteinander so regulieren, dass sich negative ökologische Effekte auf ein legitimes Maß reduzieren lassen, ist der oder die einzelne Bürger(in) vor allem verpflichtet, sich an die etablierten Regeln zu halten. Was ein legitimes Maß in bestimmten Bereichen wie Klimawandel oder Biodiversitätsverlust darstellt, ist indes eine hoch komplexe und vor allem normative Frage. Unbestritten ist jedoch, dass in Bezug auf fast alle globalen Umweltprobleme ent- weder gar keine oder keine angemessenen Institutionen beziehungsweise Regulie- rungen vorhanden sind. In Bezug auf das Problem des Klimawandels stellen die Kli- marahmenkonvention und das mittlerweile ausgelaufene Kyotoprotokoll zwar wich- tige Institutionen dar. Zur Vermeidung eines gefährlichen anthropogenen, also Von Christian Baatz