Typ-2-Diabetes ist bei schwerer Adipositas mit einer Verringerung
der kardiorespiratorischen Fitness – jedoch nicht der
Lungenfunktion – assoziiert
Type 2 Diabetes is Associated with Lower Cardiorespiratory Fitness
Independent of Pulmonary Function in Severe Obesity
Autoren
Britta Wilms
1, 2, 4
, Barbara Ernst
1, 5
, Martin Thurnheer
1, 5
, Christina M. Spengler
2, 3,
*, Bernd Schultes
1, 5,
*
Institute
1 Kantonsspital St. Gallen, St. Gallen, Schweiz
2 Institut für Bewegungswissenschaften und Sport, ETH
Zürich, Zürich, Schweiz
3 Zürcher Zentrum für Integrative Humanphysiologie
(ZIHP), Universität Zürich, Zürich, Schweiz
4 Medizinische Klinik I, Universität zu Lübeck, Lübeck,
Deutschland
5 eSwiss Medical & Surgical Center, St. Gallen, Schweiz
Schlüsselwörter
Sauerstoffaufnahme, Herzfrequenz, Ergospirometrie,
Spirometrie, BMI, Glukose
Key words
oxygen uptake, heart rate, ergospirometry, spirometry, bmi,
glucose
Bibliografie
DOI https://doi.org/10.1055/s-0043-123506
Diabetologie 2017; 12: 184–190
© Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart · New York
ISSN 1861-9002
Korrespondenzadresse
Dr. Britta Wilms
Abteilung für Innere Medizin I der Universität Lübeck,
Ratzeburger Alle 160, 23538 Lübeck, Deutschland
Tel.: ++ 49/4 51/31 01 78 62
Fax: ++ 49/4 51/31 01 78 77
britta.wilms@uni-luebeck.de
ZUSAMMENFASSUNG
Ziel Sowohl schwere Formen der Adipositas als auch des
Typ-2-Diabetes (T2DM) gehen mit einer verringerten
Lungenfunktion und einer schlechteren kardiorespiratori-
schen Fitness einher. Wir untersuchten, ob das zusätzliche
Vorliegen einer T2DM-Erkrankung die bereits beeinträchtigte
Lungenfunktion und kardiorespiratorische Fitness bei Perso-
nen mit schwerer Adipositas weiter limitiert.
Methoden In dieser Querschnittsstudie wurde die Lungen-
funktion (Einsekundenkapazität FEV
1
; Vitalkapazität, VC) bei
65 Probanden mit schwerer Adipositas und T2DM (T2DM-
Gruppe) und 65 schwer adipösen Personen ohne T2DM
(Nicht-T2DM-Gruppe), die paarweise nach Geschlecht, Alter,
Körpermasse und -größe zugeordent wurden, bestimmt. Bei
30 dieser gematchten Paare wurde die kardiorespiratorische
Fitness (maximale Leistung, W
peak
, maximale Sauerstoffauf-
nahme, V O
2peak
) im Fahrrad-Stufentest ermittelt.
Ergebnisse Zwischen der T2DM- und der Nicht-T2DM-Gruppe
bestanden keine Unterschiede bezüglich FEV
1
und VC (alle
p ≥ 0,110), wohingegen W
peak
und V O
2peak
–sowohl absolut als
auch relativ zur Körpermasse – in der T2DM-Gruppe signifikant
niedriger waren, als in der nicht-T2DM-Gruppe (alle p ≤ 0,030).
Objektive Marker der Ausbelastung d.h. die maximale Herz-
frequenz und der respiratorische Quotient, unterschieden sich
zwischen beiden Gruppen nicht (beide p ≥ 0,245).
Schlussfolgerung Das Vorliegen einer T2DM-Erkrankung bei
Personen mit schwerer Adipositas ist mit einer geringeren
kardiorespiratorischen Fitness assoziiert, geht jedoch nicht
mit einer weiteren Einschränkung der Lungenfunktion einher,
im Vergleich zu Personen mit schwerer Adipositas, jedoch
ohne T2DM. Obwohl die zugrunde liegenden Mechanismen
noch nicht vollständig bekannt sind, verdeutlichen diese Be-
funde das Zusammenspiel von kardiorespiratorischer Fitness
und dem Metabolismus, auch bei Personen mit schwerer Adi-
positas.
ABSTRACT
Aims Both severe obesity and type 2 diabetes (T2DM) are
associated with reduced pulmonary function and reduced
cardiorespiratory fitness. We investigated whether T2DM
further aggravates the impaired pulmonary function and
cardiorespiratory fitness in subjects with severe obesity.
Methods In this cross-sectional study pulmonary function
(forced expiratory volume within 1 s, FEV1; vital capacity, VC)
was assessed in 65 severely obese subjects with T2DM (T2DM
group) and 65 severely obese subjects without T2DM (non-
T2DM group), pairwise matched for sex, age, weight, and
height. In 30 of the matched pairs, cardiorespiratory fitness
* gleichberechtigte Autorenschaft.
Originalarbeit
184
Wilms B et al. Typ-2-Diabetes ist bei… Diabetologie 2017; 12: 184–190
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